Wolfsbach

Erstellt am 09. Februar 2019, 04:00

von Josef Penzendorfer

Ganoven im 4-Sterne-Knast. Theatergruppe Wolfsbach muss heuer in ihrem Spiel den ehemaligen Gemeindekotter wieder bezugsfähig machen.

Sie zeichnen für den erneut großartigen Theatererfolg in Wolfsbach verantwortlich: Souffleuse Silvia Rohrhofer, Elisabeth Schäffer, Manfred Wagner, Werner Greimel und Bettina Rohrhofer, dahinter Christine Greimel, Sigrid Wieser, „Maske“ Bianca Illich, Silvia Schuller, Bianca Hovorka und Verena Haselmayr (v.l.).  |  Penz

„Im Knast ist (k)ein Zimmer frei“ heißt die diesjährige Theaterproduktion in Wolfsbach, die am 1. Februar zum ersten Mal über die Bühne ging. Und der Premierenerfolg war wieder ein fulminanter, worüber sich die Premierenbesucher einig waren.

Ein in der Polizeistation schon jahrelang leerstehender Raum, den sich Gertrude und Jakob Müller – er ist Polizeihauptwachmeister – soeben zu einem adretten Wohnzimmer adaptiert haben, soll auf Befehl des Polizeipräsidenten plötzlich wieder als vorübergehende „Gefängniszelle“ für drei Kleinganoven dienen. Zeitgleich aber hat Frau Müller die örtliche Goldhaubengruppe zu sich eingeladen, was freilich zu einigen Turbulenzen führt.

Bettina Rohrhofer findet Gefallen an ihrem eigenen Ehemann (Werner Greimel), der ihr als Koch aus China sehr imponiert.  |  Penz

Werner Greimel schlüpft dabei in unterschiedlichste Rollen; ob als Freund von Wachmeister Müller oder reuiger Verkehrssünder – er glänzt mit viel Situationskomik und perfekter Sprache, im Besonderen auch als chinesischer Koch. Ihm ist sogar seine dominante Doris – alias Bettina Rohrhofer – zugetan, die sich in großartiger Manier als verführerische, beinahe untreue Ehefrau zeigt.

Turbulent geht es im Hause Müller allemal zu, hat doch Elisabeth Schäffer als resolute Frau an des Wachmeisters Seite scheinbar alles fest im Griff. Sie spielt diese „charakterstarke“ Frau großartig, zusammen mit Manfred Wagner geradezu eine Idealbesetzung, hat er doch immer wieder Auswege für scheinbar unlösbare Probleme zu finden.

„Gefangenenchor“ begeisterte Publikum

Manfred Wagner als dienstbeflissener Polizeihauptwachmeister.  |  Penz

Christine Greimel bringt als „warmer“ Taschendieb eine tolle schauspielerische Leistung, Silvia Schuller spielt mit einer großen Portion Überzeugungskraft den Heiratsschwindler Casanova. Verena Haselmayr, Bianca Hovorka und Sigrid Wieser verstehen es ausgezeichnet, mit ihren Auftritten als überaus „gesprächige“ Goldhaubendamen zu gefallen.

„Sie haum uns eingsperrt, weil wir drei Ganoven san, im Wolfsbacher Hef’n fühl‘n wir uns wie daham“, intonieren die drei Kleinganoven nach der Melodie des Gefangenenchores aus Verdis „Nabucco“, und sie sind zuletzt schon ein wenig traurig, dass sie aus dem Wolfsbacher 4-Sterne-Knast für die restliche Zeit ihrer Haftstrafe nun doch nach Garsten übersiedeln müssen. Eine überaus gelungene Theaterpremiere, die einen Besuch in jedem Fall lohnt. Die weiteren Aufführungstermine sind am 9., 15. und 16. Februar jeweils um 19.30 Uhr im Gasthaus Karan. Die Vorstellung am 10. Februar beginnt bereits um 18 Uhr. Kartenreservierung unter 0680-3314540.