Ein Ort mit Geschichte in Strengberg. Im Rahmen der Dorferneuerung werden alte Dokumente und Fotos digitalisiert. Eine Bildergalerie mit Persönlichkeiten, die in Strengberg zu Gast waren, ist ebenfalls geplant.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 10. April 2021 (04:11)
Vizebürgermeister Lukas Schatzl, der ehemalige Amtsleiter Franz Blumauer sowie Martin Kaltenbrunner und Paul Freudenberger von der Landjugend (von links) beim Ausmustern des Strengberger Archivs.
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Im Rahmen der Dorferneuerung wird in Strengberg das Gemeindearchiv wiederbelebt und die Topothek mit historischem Material befüllt. Ein Arbeitskreis unter der Leitung von Vizebürgermeister Lukas Schatzl wird sich darum kümmern.

Der Startschuss ist bereits gefallen. Gemeinsam mit dem ehemaligen Amtsleiter Franz Blumauer und zwei Mitgliedern der Landjugend wurde das Archiv nach Schätzen durchforstet. „Wir haben viel Müll weggeworfen. Die historischen Dokumente heben wir auf. Die werden sortiert und archiviert“, erklärt Schatzl.

Bis zum Ende des Jahres sollen nun zigtausende Dokumente, die bis zu 200 Jahre alt sind, und Fotos eingescannt und mit Google Maps und Gesichtserkennung verlinkt werden. „Das ist eine schöne Aufgabe und ein Herzensprojekt von mir. Nur wer die Geschichte kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten“, betont Schatzl, der vor Jahren über die Dorferneuerung zur Politik kam.

Franz Blumauer und Lukas Schatzl mit einigen Schätzen aus dem Archiv. Mozart und Kaiserin Maria Theresia übernachteten in Strengberg.
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Eines dieser historisch wertvollen Dokumente ist ein Gästebuch mit großen Persönlichkeiten, die im Postgebäude (dem heutigen Gemeindeamt) übernachteten. Aufgrund der Lage zwischen Wien und Linz machten nämlich viele Prominente mit ihren Kutschen Halt in Strengberg.

„Es waren oft bis zu 40 Pferde eingestellt“, weiß Franz Blumauer. So übernachteten etwa Kaiserin Maria Theresia mit Sohn Josef II ebenso im Postgebäude wie Wolfgang Amadeus Mozart. Aber auch Papst Pius VI, Napoleon Bonaparte, Kaiser Franz I und Kaiser Franz Joseph sowie Dichter Franz Grillparzer weilten in Strengberg. „Das kann nicht jede Gemeinde von sich sagen“, ist Vizebürgermeister Lukas Schatzl stolz auf die Geschichte seines Heimatortes.

Um den Strengbergern diese historischen Ereignisse in Erinnerung zu rufen, ist neben der Digitalisierung der Dokumente noch ein zusätzliches Projekt geplant. Eine Bildergalerie mit den größten Berühmtheiten, die in Strengberg gastierten, soll künftig den Stiegenaufgang in den ersten Stock des denkmalgeschützten Gebäudes zieren.