St. Valentin will sich klimafit für die Zukunft machen. Experten der TU Wien sollen im Auftrag der Stadt bis Ende des Jahres 2022 ein Mobilitätskonzept für St. Valentin erstellen. Bürger werden in den Prozess miteinbezogen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 20. Januar 2021 (04:09)
Franz Knöbl, Stadtrat für Umwelt-, Klimaschutz und Mobilität, und Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr gaben das Mobilitätskonzept bei Experten der TU Wien in Auftrag.
Gemeinde St. Valentin

Der Verkehrssektor ist in Österreich der zweitgrößte Verursacher von CO 2 -Emissionen und hat seit 1990 um 67 Prozent zugenommen.

„Zum Lärm und zur Gefährdung von Kindern im Straßenverkehr kommen die Folgen des Klimawandels, die wir auch in St. Valentin spüren“, erklärt Franz Knöbl, Stadtrat für Umwelt-, Klimaschutz und Mobilität, warum bis Ende des Jahres 2022 ein Mobilitätskonzept erstellt werden soll, bei dem auch die Bevölkerung miteingebunden wird. Ziel ist es, Verkehr und Mobilität der Stadt klimafit für die Zukunft zu machen.

Nicht nur die Maßnahmen zur CO 2 -Reduktion würden für die Erstellung eines derartigen Konzepts sprechen, betont der Grün-Mandatar. „Auch die Mobilitätswende weg vom Autoverkehr hin zum Umweltverbund stellt die Zeichen auf eine Neubewertung der bisher geplanten Maßnahmen“, ergänzt Knöbl.

Mit der Erstellung des Konzepts wurden Fachexperten der TU Wien beauftragt. Verkehrswissenschafter Harald Frey hat bereits einige Mobilitätskonzepte erstellt und umgesetzt, Verkehrsberuhigung sowie Forcierung des öffentlichen Verkehrs und des Fußgänger- und Radfahrerverkehrs sind ihm wichtig.

„Mein erster Termin mit den Experten der TU findet am 9. Februar statt. Gestartet wird das Projekt dann im April“, verrät Knöbl. In einem ersten Schritt soll der Ist-Stand des Verkehrs eruiert werden.

„Es wird erhoben, wer womit und wie oft wohin fährt. Hier ist die Kooperation der Bürger gefragt, die anonymisiert Einblick in ihre täglichen Wege geben sollen“, konkretisiert Knöbl die geplante Vorgangsweise. Mit welcher Methode die Daten erhoben werden, ist noch nicht fixiert. Im zweiten Schritt sollen dann Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und zur Erleichterung des Umstiegs vom Auto auf den Umweltverbund (zu Fuß gehen, Radfahren und öffentlicher Verkehr) erhoben werden.

Seine Ziele für eine gute Verkehrspolitik fasst Knöbl jedenfalls in drei Punkten zusammen. „Sozial gerecht ist Mobilität, wenn alle Menschen mobil sein können und wenn ihre Lebensqualität nicht negativ beeinflusst wird“, betont der Stadtrat.

Ökonomisch effizient ist Mobilität für ihn, wenn ein optimaler Mitteleinsatz zu möglichst geringen Kosten gewährleistet werden kann. Und ökologisch verträglich ist Verkehr, wenn natürliche Ressourcen geschont werden, das Klima nicht beeinflusst wird und die Ökosysteme nicht beeinträchtigt werden.

Umfrage beendet

  • Braucht St. Valentin ein Mobilitätskonzept?