Kampf um Radweg in Ennsdorf

Radlobby befürchtet, dass Begleitweg entlang der Umfahrung dem Projekt „Donaubrücke neu“ geopfert werden könnte.

Erstellt am 24. November 2021 | 05:35
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Bürgermeister Daniel Lachmayr und Gerhard Fischer (von rechts) auf dem Begleit- und Radweg, der dem vierspurigen Ausbau der Umfahrung Windpassing-Pyburg zum Opfer fallen dürfte.
Foto: privat

Die Gemeinde Ennsdorf und die Bürgerplattform Pro Ennsdorf-Windpassing lassen bekanntlich kein gutes Haar an der vom Land geplanten Anbindung der neuen Mauthausner Donaubrücke, die einen vierspurigen Ausbau der erst vor vier Jahren errichteten Umfahrung Windpassing-Pyburg vorsieht. Mit Gerhard Fischer hat man nun einen weiteren Mitstreiter und Kritiker gefunden.

Der Betriebsrat eines im Gewerbepark Ennsdorf ansässigen Unternehmens und Vorsitzende der OÖ Radlobby, der seit zehn Jahren mit dem Rad in die Arbeit fährt, sieht durch den geplanten Ausbau der Umfahrung den gut genützten Radweg gefährdet. „Wir haben uns im Jahr 2016/17 enorm dafür einsetzen müssen, damit parallel zur Umfahrung auch eine direkte Radweganbindung aus dem Gewerbepark zur Mauthausner Donaubrücke errichtet wird. Mit großer Sorge sehen wir jetzt aber einer ungewissen Zukunft für die Radverkehrsanbindungen in den Gewerbepark entgegen. Mit der soeben errichteten Lärmschutzwand ist klar ersichtlich, dass sich der geplante Ausbau keinesfalls ausgehen kann, ohne dass dafür auch der aktuelle Radweg in Anspruch genommen wird“, begründet Fischer seine Bedenken.

Neue Erschließungsstraße ohne Radweginfrastruktur

Aus allen für ihn bisher einsehbaren Planungsunterlagen sei nichts zur Radweganbindung ersichtlich, sagt Fischer. Das gilt auch für die geplante Anbindung beim Kreisverkehr im Gewerbepark Richtung B1 Umfahrung Enns. „Es braucht auch dort eine sichere Anbindung für den Radverkehr, weil sehr viele über den Donauradweg aus Oberösterreich mit dem Rad zur Arbeit pendeln. Mit der neu geplanten Anschlussrampe wären Radfahrende dann plötzlich in der Mitte von zwei Richtungsfahrstreifen und müssten dort die Fahrbahn im Fließverkehr bei hohen Geschwindigkeiten queren“, kann Fischer diesen Plänen nichts abgewinnen. Er kritisiert auch, dass bei der erst 2020 gebauten Erschließungsstraße der ecoplus für eine geplante Erweiterung des Gewerbeparks keinerlei Fuß- und Radweginfrastruktur vorgesehen ist. „Das darf heutzutage kein Thema mehr sein“, betont Fischer.

Umweg für Bürgermeister Lachmayr „nicht zumutbar“

Bürgermeister Daniel Lachmayr teilt Fischers Bedenken und betont, „dass das Land tatsächlich plant, den Begleit- und Radweg entlang der Umfahrung zugunsten des vierspurigen Ausbaus zu opfern.“ Auf die Hinweise der Gemeinde, dass das für Pendler, die mit dem Rad vom Mühlviertel in den Wirtschaftspark fahren, erhebliche Nachteile bringen würde, wurde laut Lachmayr bis dato nicht reagiert. „Das Land plant, den Radverkehr in die Ortsgebiete von Windpassing und Pyburg zu leiten. Dies kann man für den touristischen Radfahrer machen, ist aber für Alltagsradfahrer, die den Wirtschaftspark ansteuern, ein Umweg und somit nicht zumutbar“, stellt der Ortschef klar.

Dass Autos einen kürzeren Weg haben als Radfahrer, ist heutzutage ein No-Go.“ Gerhard Fischer Vorsitzender der OÖ Radlobby

Land hält sich zu konkreten Plänen noch bedeckt

Beim Land bestätigt man den Wegfall des Radwegs auf Nachfrage der NÖN nicht, hält sich aber mit konkreten Aussagen dezent zurück. „Derzeit laufen die Planungen zur UVP auf Hochtouren. Vor allem bei der Planung einer verkehrssicheren Radwegverbindung werden derzeit viele zeitliche und fachliche Ressourcen investiert. Die neue Radwegverbindung wird jedenfalls ein wichtiger und fixer Bestandteil im Projekt werden und ist auch Gegenstand in den einzureichenden Unterlagen zur UVP“, erklärt Christof Dauda, Leiter der Abteilung Landesstraßenplanung. Und ergänzt: „Aufgrund der speziellen Situation darf ich um Verständnis ersuchen, dass die Vorstellung und Präsentation von Planungsergebnissen derzeit etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt als gewohnt.“

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