Pflege: Ansturm auf Heime im Bezirk Amstetten. Aufhebung des Pflegeregresses zeigt Wirkung: Im Bezirk haben Betreuungszentren lange Wartelisten.

Von Ingrid Vogl und Peter Führer. Erstellt am 10. April 2018 (05:51)
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Immer mehr Menschen nehmen die Dienste der Hilfsorganisationen in Anspruch. Doch diese plagen arge Personalsorgen.

Die Befürchtungen von Land und Gemeinden, dass die Aufhebung des Pflegeregresses den Bedarf an Plätzen in den Pflege- und Betreuungszentren des Landes stark erhöhen werde, scheint sich zu bewahrheiten.

„Wartezeiten haben sich auf jeden Fall verlängert“

Direktorin Sabine Weidinger vom Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) in Amstetten erklärt, „dass wir bis auf ein freies Herrenbett voll belegt sind. Die Nachfrage ist seit Februar um etwa 20 Prozent gestiegen, Vormerkungen hat es aber zuvor auch schon gegeben. Derzeit liegt die Wartezeit bei ungefähr vier Wochen, dringende und akute Fälle werden aber vorrangig behandelt.“

Auch das PBZ in St. Peter in der Au ist voll und verspürt eine stärkere Nachfrage. „Seit Mitte bzw. Ende Jänner sind die Anfragen um 20 Prozent gestiegen. Das hat ganz bestimmt etwas mit dem Pflegeregress zu tun. Auch die Wartezeiten sind gestiegen, mit bis zu einem Monat muss man rechnen“, sagt Direktorin Sylvia Seibert.

Direktor Manfred Haberhauer vom PBZ Wallsee betont, dass das Heim immer ausgelastet war. „Die Wartezeiten haben sich auf jeden Fall verlängert, wobei bei den Anmeldungen aber auch Leute dabei sind, bei denen es nicht sicher ist, ob sie einen Platz in Anspruch nehmen wollen. Der Anstieg ist spürbar und beträgt etwa 15 Prozent. Wer einen Heimplatz dringend benötigt, wird aber auch einen bekommen.“

„Ich weiß nicht, wann sie drankommen“

Beim Seniorenzentrum Liese Prokop in Haag gibt es seit Mitte bzw. Ende Februar sehr viele Anmeldungen. „Der Ansturm ist größer als erwartet, aber zeitverschoben, denn wir hatten schon im Jänner damit gerechnet“, erklärt Heimleiter Dr. Anton Hengst. Mit freien Plätzen kann er derzeit aber nicht dienen. „40 Personen stehen auf der Warteliste und ich weiß nicht, wann sie drankommen“, betont Hengst.

Etwas Erleichterung wird es ab 1. Juli geben, wenn sich die Kapazität des Heimes um zehn Betten auf 80 erhöht. Hengst rechnet aber damit, dass der Ansturm noch länger andauert. Eine Lösung für die vielen Wartenden sieht er nicht, denn „was wir abbauen, das wird sofort wieder nachkommen.“ Voll belegt ist auch das Pflege- und Betreuungszentrum in Waidhofen an der Ybbs.


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