Dicke Luft zwischen ÖVP und „Liste für Haag“. Dicke Luft herrscht derzeit zwischen ÖVP und der „Liste für Haag“. Die Kritik an der Arbeit von ÖVP-Stadträten weist Bürgermeister Lukas Michlmayr scharf zurück.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 09. Januar 2020 (04:32)
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Der Wahlkampf hat in Haag nun richtig begonnen. So sorgte die „Liste für Haag“ mit Aussagen in ihrer an alle Haushalte verschickten Zeitung für Unmut bei der ÖVP. „Zwei Personen aus der ÖVP-Fraktion waren in dieser Amtsperiode de facto ‚arbeitslos‘. Außer ein paar Fotos für die Zeitungen konnten sie keine Leistungen vorweisen. Ihre Ressorts können problemlos auf andere Stadträte aufgeteilt werden“, war da etwa zu lesen.

Heftige Kritik, die Bürgermeister Lukas Michlmayr nicht unkommentiert lassen kann. „Den Vorwurf muss ich zurückweisen. Wie misst man, wer wie viel macht. Es gibt ja auch viel Arbeit im Hintergrund, die keiner sieht“, betont er, dass die kritisierten Stadträte den Bürgermeister ja bei behördlichen Verhandlungen vertreten.

Die Bürgerliste präsentierte auch die Idee, den Posten des Tierpark-Stadtrates einzusparen beziehungsweise mit dem Geschäftsführer der Tierpark-GmbH zusammenzulegen. Dadurch ergebe sich nicht nur eine Einsparung, sondern auch die Möglichkeit, diese Position mit einem unpolitischen Kandidaten zu besetzen. „Das ist derzeit bei dem politischen Stadtratsposten nicht möglich. Man kann die Geschäftsführerposition später sauber ausschreiben und eine qualifizierte Person suchen“, erklärt Martin Stöckler.

Auch wenn die ÖVP prinzipiell bereit ist, die Stadtratsstruktur zu durchleuchten, hält man von dieser Idee nichts. „Welcher Geschäftsführer macht dir das um 1.400 Euro brutto? Wen findet man da?“, kontert Michlmayr. Außerdem ärgert er sich darüber, dass der Tierpark überhaupt in den Wahlkampf hineingezogen wird.

„Wir haben da einen Vorzeigebetrieb. Seitdem ich Bürgermeister bin, haben sich die Besucherzahlen ständig nach oben entwickelt. Da stellt sich schon die Frage, ob die Führung so schlecht ist, wenn der Tierpark so gut da steht“, stellt Michlmayr, der ja der Geschäftsführer des Tierparks ist und als solcher zum Beispiel bei Unfällen am Spielplatz persönlich haftet, klar. „Eigentlich müsste die Bürgerliste „Liste gegen Haag“ heißen, weil sie vor der Wahl alles schlechtredet und nur Streit sucht. Mir geht es aber um das Miteinander“, spart Michlmayr nicht mit Kritik.