Mehrweg hat auch in St. Valentin Vorrang. St. Valentin beteiligt sich an der europaweiten Aktion zur Müllreduktion.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 15. April 2021 (05:17)
Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr und Gemeinderätin Christa Birmili (von links) mit dem Brief an die zuständigen Entscheidungsträger. Foto: Gemeinde
Gemeinde St. Valentin

Die Stadtgemeinde St. Valentin sagt „#WeChooseReuse“ und spricht sich dafür aus, Mehrwegprodukte zu verwenden und diese jeglichen Einwegprodukten vorzuziehen. Dazu hat man sich europaweit mit hundert Städten und Gemeinden vernetzt, um das Ziel „Zero Waste“ in Europa durchzusetzen. Nun wurde ein Brief an die zuständigen Entscheidungsträger verfasst.

„Wir, die Städte und Gemeinden, die dieses Schreiben unterzeichnet haben, fordern die Verantwortlichen zum Handeln auf, um uns dabei zu unterstützen, unsere Vision einer nachhaltigen Zukunft zu verwirklichen. Wir sind eine Gruppe lokaler Gebietskörperschaften, die beschlossen haben, sich nicht zurückzulehnen und anderen die Arbeit zu überlassen, sondern eine führende Rolle bei der Gestaltung unserer zukünftigen Gesellschaft und der Erreichung einer Kreislaufwirtschaft zu spielen“, ist hier zu lesen.

Um das Abfallvolumen zu reduzieren, baue man auf eine effektive getrennte Sammlung von recycelbaren Materialien und die Unterstützung jener lokalen Unternehmen, die Wiederverwendungsoptionen anbieten und nachfüllbare oder wiederverwendbare Alternativen ermöglichen, etwa mit einem Pfandsystem. Außerdem setze man auf Sensibilisierungsmaßnahmen für die Bürger, um eine breite Akzeptanz von Wiederverwendung in den Gemeinden zu sichern. „Mit unserer begrenzten Gerichtsbarkeit können wir jedoch nicht mehr tun. Jetzt ist es an der Zeit für Unternehmen, diesem Beispiel zu folgen“, erklären die Gemeinden.

St. Valentin ist hinsichtlich derartiger Bemühungen ohnehin eine Vorzeigegemeinde. 2018 verabschiedete man die Resolution „Plastikfreie Gemeinde – Vermeidung von Einweg-Plastik in der Stadt“. Es wurde ein Leitfaden für Vereine erstellt und bei Gemeindeveranstaltungen kein Einweggeschirr mehr verwendet. Sogar die Supermarktketten holte man ins Boot. Hier sorgte Corona aber wieder für einen Rückfall.

„Ich sehe es mit einem weinenden Auge, dass Gurken wieder in Plastik verpackt sind. Jetzt eben unter dem Deckmantel Sicherheit und Virenfreiheit“, sagt Bürgermeisterin Kerstin Suchan- Mayr. Durch Corona rückte auch in den Fokus, wie viel Verpackungsmüll anfällt, wenn Mahlzeiten aus Gasthäusern abgeholt werden. „Hier versuchen wir, eine Lösung zu erarbeiten“, will die Stadtchefin auf Mehrweggefäße umsteigen. „Es ist eine Frage der Logistik, die noch zu klären ist“, ergänzt sie.