Grüne in St. Valentin stellen sich neu auf. Stadträtin Monika Oberradter zieht sich mit Ende Oktober aus dem Gemeinderat zurück. Franz Knöbl übernimmt die Parteiführung.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 21. Oktober 2020 (06:11)
Landesgeschäftsführer Hikmet Arslan (links) und Bezirkssprecher Dominic Hörlezeder (2. von rechts) mit der scheidenden St. Valentiner Grünen-Chefin Monika Oberradter und ihrem Nachfolger Franz Knöbl (rechts).
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Seit 2002 saß Monika Oberradter für die Grünen im St. Valentiner Gemeinderat, fünf Jahre davon war sie als Stadträtin tätig. Nun verlässt Oberradter die Politik. Am vergangenen Donnerstag deponierte sie bei Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr ihren Rückzug aus dem Gemeinderat. Mit Ende Oktober wird sie endgültig ausscheiden.

Ein Schritt, der zwar geplant war, aber zum jetzigen Zeitpunkt dennoch etwas überraschend kommt. „Dass ich während der Periode zurücktrete, war schon vor der Wahl klar. Den Zeitpunkt, wann ich aufhöre, haben wir aber offengelassen“, erklärt Oberradter. Ihrem designierten Nachfolger, Franz Knöbl, habe sie damals sogar angeboten, gleich als Spitzenkandidat ins Rennen zu gehen. Das habe er aber noch abgelehnt. Als Politneuling wollte er ausreichend Zeit zur Einarbeitung in die Agenden des Stadtrates und Parteichefs haben.

Warum der Wechsel an der Spitze der St. Valentiner Grünen trotzdem früher kommt als erwartet, hat einen Grund: das Mobilitätskonzept. „Jetzt stehen grundlegende strategische Entscheidungen im Umwelt- und Mobilitätsausschuss an, die langfristig und nachhaltig zu bearbeiten sind. Unser Ziel ist ein zukunftsorientiertes Verkehrs- und Mobilitätskonzept für St. Valentin. Das ist unser wichtigstes Projekt. Das wollten wir nicht teilen, weil es keinen Sinn macht, wenn ich anfange und Franz Knöbl dann weitermacht. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt für meinen Abschied“, erklärt Monika Oberradter.

Dass der 45-jährige technische Angestellte, der jetzt bereits Fraktionsobmann war, der richtige Mann für die Spitze bei den Grünen ist, davon ist Oberradter überzeugt. „Ich habe keine Angst um die Grünen in St. Valentin. Ich weiß, der Franz kann das sehr gut. Ich habe viel Herzblut, er geht das strategisch an“, spart die scheidende Grünen-Chefin nicht mit Vorschusslorbeeren.

An Arbeit wird es ihrem Nachfolger jedenfalls von Beginn an nicht mangeln. „Es ist wichtig, dass wir schnell mit dem Mobilitätskonzept loslegen. Wir wollen im ersten Quartal 2021 starten und das Ganze wird eine Laufzeit von zwei Jahren haben“, erläutert Franz Knöbl, der mit allen Parteien zusammenarbeiten will. „Ich sehe mich als Gestalter und nicht als Opposition“, stellt er klar.

Als dritter Mandatar der Grünen wird hinter Franz Knöbl und Bettina Langenfelder nun Bernd Steiner (49) in den Gemeinderat nachrücken.