Berufsreise von St. Valentiner fast gescheitert. Zwei Monate nach Covid-19 kam positiver PCR-Test. Zweites Labor testete Lehrer negativ.

Von Daniela Führer. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:44)
440_0008_8006464_hsv02stv_bachler.jpg
Erst ein zweiter Test in einem anderen Labor machte es möglich, dass der St. Valentiner Thomas Bachler seine berufliche Reise antreten konnte.
privat

„Eigentlich war das Weihnachtsfest auch als mein Abschiedsfest gedacht: Nach erhofftem negativen PCR-Test-Bescheid am 24. Dezember wäre ich am Tag darauf beruflich mit dem Flieger nach Mittelamerika geflogen. Leider lagen unter dem Christbaum nicht nur Geschenke der engsten Familie, sondern auch ein positiver PCR-Test-Befund mit CT-Wert 35,8, also einer sehr geringen Viruslast“, berichtet der St. Valentiner Thomas Bachler.

Auf Test-Befund als "positiv" deklariert

Er war bereits im Oktober des Vorjahres an Covid 19 erkrankt. In Österreich galt er mit einem CT-Wert über 30 auch bereits als nicht mehr infektiös.

„Auf meinem für die internationale Dienstreise notwendigen Test-Befund werde ich trotzdem als ‚positiv‘ deklariert, obwohl ich weder ansteckend bin und – sehr wahrscheinlich auch – bereits Antikörper in mir trage. Ich werde somit in Österreich behandelt, als wäre ich ‚negativ‘ getestet. Dennoch ist eine internationale Reise in den meisten Fällen nicht möglich, da ein Grenzübertritt oft mit einem negativen Befund gekoppelt ist“, erklärt der 28-jährige Mathematik- und Spanischlehrer weiter.

Nach seiner unliebsamen Überraschung am Weihnachtstag setzte er jedoch noch alle Hebel in Bewegung, um die Dienstreise trotzdem antreten zu können.

„Das Labor, das mich am 23. Dezember mit einem CT-Wert von 35,8 positiv getestet hatte, empfahl, ein anderes Labor aufzusuchen, weil jedes Labor einen anderen Cut-Off-Wert verwendet. Ich habe dann tatsächlich in den mir umliegenden Bundesländern Oberösterreich, Salzburg, Niederösterreich und Wien alle Labore der Liste „Covid-19 Testmöglichkeiten in Österreich“ der WKO angerufen und bekam in sechs verschiedenen Laboren fünf verschiedene Antworten, bis zu welchem CT-Wert ihr Befund noch positiv ist. Darunter gab es einmal den Wert 40, zweimal den Wert 38, einmal 36, einmal 35 und einmal 32.“

Thomas Bachler vereinbarte daraufhin mit den Laboren mit Cut-Off-Wert 32 und 35 einen Termin und wurde auch bereits beim ersten Termin negativ getestet. Den kurzerhand auf den 29. Dezember verschobenen Flug konnte er noch antreten, da er am selben Tag den Test und sein Ergebnis in Händen hielt.

Tatsächlich dürfte das Corona-Virus bis zu sechs Monate nach einer Infektion im Körper nachgewiesen werden können. Wie lange genau, ist noch nicht wissenschaftlich bestätigt. „Somit wird wohl vielen zukünftig an Covid-19 erkrankten Personen bei derzeitiger Befund-Lage die Chance genommen, im Sommer 2021 internationale Flugreisen zu unternehmen“, gibt der St. Valentiner zu bedenken.

„Testergebniss über 30 generell kritisch“

Beim Mostviertler Laborunternehmen „Covid Fighters“ halte man sich an behördliche Angaben, wie der Ärztliche Leiter und Internist Dr. Ferenc Ràduly erklärt. „Die Behörde will, dass ein Ergebnis bis zum Wert 38 als positiv ausgewiesen wird.“

Man könne aber nie allein anhand eines CT-Wertes bestimmen, ob jemand bis zu diesem Wert noch infektiös sei oder nicht. „Mit einem CT-Wert von 37 kann eine Person symptomfrei sein und eine andere liegt auf der Intensivstation. Die Person kann sich in der Früh- oder Spätphase der Erkrankung befinden, daher muss man immer die Erkrankungsgeschichte in der Diagnose mitbeurteilen. Der CT-Wert ist nur ein diagnostisches Hilfsmittel“, betont Ràduly.

Auch der Molekularbiologe und Inhaber der Labortechnikfirma AL Labortechnik in Zeillern, Mag. Albert Langeder, gibt zu bedenken: „Labors, die PCR-Tests machen, verwenden zum Teil unterschiedliche Testhersteller, unterschiedliche Maschinen mit verschiedenen Herstellerkits.“ Das alles verändere die Performance der PCR-Tests und führe auch zu unterschiedlichen Cut-Off-Werten bei Laboren.

„Testergebnisse mit einem CT-Wert über 30 sollten aus technischer Sicht generell kritisch betrachtet werden, da die Fehlerrate zunimmt, je mehr Zyklen in der PCR laufen. Testwiederholungen würden hier etwas mehr Sicherheit schaffen“, sagt Langeder.