Freiwilligendienst als "Einsatz fürs Gemeinwohl". Der Weistracher Thomas Gunsch ist in überregionalen Funktionen wie dem Katastrophenhilfsdienst engagiert und leistet damit einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 31. Dezember 2020 (03:55)
Lagevortrag bei der KHD-Übung in Waidhofen: Bereitschaftskommandant Thomas Gunsch, Chef des Stabes Günther Weiss, Bezirksfeuerwehrkommandant Rudolf Katzengruber und dessen Stellvertreter Josef Fuchsberger (von links).
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Thomas Gunsch engagiert sich im Katastrophenhilfsdienst.
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Für seine Hobbys Badminton, Tennis oder Motorradfahren bleibt nicht allzu viel Zeit, ist doch Brandinspektor Thomas Gunsch seit 2011 nicht nur 1. Kommandant-Stellvertreter der Feuerwehr Weistrach, sondern auch Bereitschaftskommandant des 1. Katastrophenhilfsdienstes NÖ für den Bezirk Amstetten und zudem auch im Bezirksführungsstab als Chef des Stabes tätig.

Nach seiner Ausbildung an der HTL Steyr für Kraftfahrzeug und Maschinenbau ist er derzeit beruflich als Consultant im Bereich Datenverarbeitung für Produktentwicklungssoftware aktiv. „Vor zehn Jahren wurde für den dritten Katastrophenhilfsdienst (KHD) der Bereitschaft ein neuer Zugskommandant gesucht, damals war ich bereits EDV-Sachbearbeiter im Feuerwehrabschnitt St. Peter/Au. Ich wollte aber nicht auch in meiner Freizeit noch mit der EDV zu tun haben, sondern mich wieder eher den praktischen Feuerwehrtätigkeiten widmen, daher habe ich zugesagt“, erzählt der engagierte Feuerwehrmann. Vor fünf Jahren wurde dann ein neuer Bereitschaftskommandant gesucht, auf Vorschlag des Bezirksfeuerwehrkommandanten übernahm Gunsch nun diese verantwortungsvolle Funktion im Katastrophenhilfsdienst des Bezirkes Amstetten.

Diese Einheit – bestehend aus Kommandozug, drei Zügen mit je sieben Fahrzeugen und 50 Mann, einem technischen Zug mit 70-Tonnen-Kranfahrzeug, Unimog und Großpumpen sowie einem Wasserzug mit Booten und Ölsperren – ist eine für Katastrophen- oder größere Einsätze aufgestellte Einheit eines Feuerwehrbezirkes. Sie wird aus dem Fahrzeug- und Gerätebestand sowie Mannschaften des Feuerwehrbezirkes gebildet und ist mit einer Gesamtstärke je Bereitschaft von rund 40 bis 45 Fahrzeugen und insgesamt etwa 300 Mann dem Bezirksfeuerwehrkommandanten unterstellt. Das Bereitschaftskommando führt diese Einheiten innerhalb und außerhalb des Bezirkes im Einsatz, besorgt die laufenden organisatorischen und administrativen Angelegenheiten oder überwacht auch Übungen.

Beteiligt an den Massentestungen

Der Katastrophenhilfsdienst war in die logistischen Herausforderungen und Aufgaben für die Covid-Massentestungen aktiv eingebunden: „Wir hatten Schutzausrüstung und Testmaterialien im ganzen Bezirk zu verteilen, den Gemeinden zu überbringen und auch für den Rücktransport zu sorgen“, erklärt Thomas Gunsch, wobei während der Testtage der Bezirksführungsstab auch als Servicecenter und Kommunikationsdrehscheibe für Gemeinden zur Verfügung stand. Im Einsatzfall mit Großschadenslagen wie Unwettern oder Waldbränden ist dann freilich auch für eine zeitgerechte personelle Ablöse durch Günther Weiss (FF Waidhofen/Ybbs-Wirts), Josef Hirtenlehner (FF Behamberg) und Lukas Albrecht (FF Waidhofen/Ybbs-Wirts) vorgesorgt, die wie Gunsch als Leiter des Stabes die eingesetzten Kräfte, die Behörden sowie den Bezirkskommandanten unterstützen.

Aufbau für Sonderdienst Waldbekämpfung

Thomas Gunsch arbeitet zudem aber auch am Aufbau des Sonderdienstes Wald- und Flurbrandbekämpfung mit, der im NÖ Landesfeuerwehrverband erst noch etabliert werden muss. „Aktuell sind meine Kameraden und ich gerade dabei, die ersten Kurse am NÖ Feuerwehr- und Sicherheitszentrum in Tulln zu absolvieren, es wird je Landesviertel einen Zug geben“, schildert Gunsch. In Summe wird die Mannschaftstärke am Ende der Ausbildung rund 250 Mann für ganz NÖ betragen, Weistrach wird hierfür die Stützpunkt-Feuerwehr im Bezirk Amstetten sein.

„Das Feuerwehrwesen bietet ein unglaublich breites Spektrum an Möglichkeiten und Sachgebieten, da ist für jeden etwas dabei"

Die Weistracher Wehr profitiert natürlich durch das umfassende Wissen ihres fortbildungsfreudigen Mitgliedes, bekommt Gunsch doch durch die überregionale Arbeit Einblick in neue Technologien oder Ideen bei diversen Arbeitsweisen. Der Zugang zu Ausbildung und Ausrüstung – zum Beispiel für Wald und Flurbrand – ist vorerst nur Mitgliedern des Sonderdienstes vorbehalten.

„Das Feuerwehrwesen bietet ein unglaublich breites Spektrum an Möglichkeiten und Sachgebieten, da ist für jeden etwas dabei, um seine Fähigkeiten optimal einzusetzen oder etwas ganz Neues zu erlernen. Das Allerwichtigste aber ist die Pflege der Kameradschaft und Freundschaft innerhalb dieser Körperschaft“, ist Thomas Gunsch überzeugt. Unentgeltliche Freiwilligenarbeit ist auf seinem Terminkalender jedenfalls großgeschrieben, wenngleich er für sich selbst keine Zeiterfassung über das geleistete Stundenpensum führt. Die nächste große Herausforderung kommt jedenfalls mit den Massentestungen im Jänner auf ihn und seine Kameraden im Kommando der Katastrophenhilfsdienst-Bereitschaft zu.

Thomas Gunsch fühlt sich durch die großartige Zusammenarbeit mit dem Bezirksfeuerwehrkommando und seinen Kameraden in der KHD-Bereitschaft zusätzlich motiviert und leistet mit seinem Einsatz gerne seinen Beitrag für das Allgemeinwohl in unserer Gesellschaft.