Cowboy-Kult am Pferdehof Wimmer in Wolfsbach. Der Pferdehof Wimmer in Wolfsbach ist nunmehr seit über einem Jahr ein Zentrum für den Western-Reitstil. Auch internationale Spitzentrainer sind hier tätig.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 23. Februar 2020 (03:23)
Reining-Training in Wolfsbach; die Kursteilnehmer mit Ella Wellinger, Michael, Helga, Antonia und Karl Wimmer, Bürgermeister Josef Unterberger, Christoph Steininger und Startrainer Giuseppe Prevosti (von links zwischen den Pferden).
Christian Keller, Penz

Reins heißt Zügel, und „Reining“ gilt in Europa derzeit als die Königsdisziplin des Western-Reitens. Es geht dabei um die präzise Ausführung verschiedener „Manöver“, wobei zumeist im Galopp, der schnellsten Gangart des Pferdes, und einhändig geritten wird, da der Cowboy die zweite Hand zum Hantieren mit dem Lasso braucht.

Es sind dabei unter anderem rasche Tempowechsel, Geschwindigkeitsaufbau zu High Speed, Drehungen um 360 Grad, spektakuläre Stopps auf der Hinterhand und Rückwärtsrichten durchzuführen. Die Pferde tragen spezielle Hufeisen, und auch der Boden, der beritten wird, muss geeignet sein. Seit April 2000 ist Reining auch offiziell als Disziplin und Bestandteil der Weltreiterspiele ausgewiesen.

Schon mit drei Jahren zu reiten begonnen

Kennt man die Familie Wimmer vor allem durch den Mostheurigen Weindlmayer und ihre Pferdepension mit derzeit 24 Einstellern, so gibt es dort seit 2018 auch eine riesengroße Reithalle, die für diese Art des Pferdesports aufgrund des Unterbodens besonders geeignet ist. Karl Wimmer hat seine Tochter Antonia schon früh zum Reiten animiert, das sie seit ihrem dritten Lebensjahr betreibt: Beim „Zwergerlreiten“ am Island-Pferdehof in Weistrach hat sie die Grundlagen erlernt, bald ein eigenes Pferd bekommen und sich mit der Unterstützung von Gerhard Hairas ab dem 12. Lebensjahr die wesentlichen Fertigkeiten der Westernreiterei mit ihrer Stute „Seli“ antrainiert.

Allmählich hat sie sich ganz dem Westernreiten verschrieben, das sie nun mit dem sehr ruhigen und ausgeglichenen Wallach „Legolas“ erfolgreich ausübt. Sie wurde 2019 Landesmeisterin in Wiener Neustadt und durfte folglich auch im Finale der Europameisterschaften ihr Können zeigen, wo sie den ausgezeichneten 8. Platz belegte. „Reining ist wohl die anspruchsvollste Art des Westernreitens, da die zu meisternden ‚Manöver‘ große Herausforderungen an Mensch und Tier stellen, jeder kleinste Fehler hat eklatante Auswirkungen“, erzählt Antonia, über ihren Lieblingssport. Sie nimmt jährlich an drei bis vier Turnieren teil.

Kurs mit italienischem Spitzenreiter

Am 8. und 9. Februar hielt der Italiener Giuseppe Prevosti – einer der weltbesten Westernreiter – in Wolfsbach einen Kurs („Clinic“) für zehn Reiter aus Salzburg, Ober- und Niederösterreich ab, wobei diese Teilnehmer an den zwei Tagen jeweils vier Stunden Einzelunterricht erhielten, der von den übrigen Kursteilnehmern stets genauestens beobachtet wurde. Ella Wellinger war dabei und schildert: „Dieses Niveau lässt sich nur mehr mit dem eigenen Pferd erreichen; Pferdesport ist ja die einzige Sportart mit einem Tier, wobei das Zusammenspiel zwischen Tier und Mensch jeden Tag von neuem herausfordernd ist!“ Die Zucht dieser besonderen Pferde wird übrigens immer elitärer, der Preis dafür übersteigt die 20.000 Euro-Marke wohl klar.