Neustart an Schulen auch im Bezirk Amstetten. Regelmäßiges Testen an den Schulen ermöglicht ab sofort einen – zumindest teilweisen – Präsenzunterricht.

Von Daniela Führer und Josef Penzendorfer. Erstellt am 10. Februar 2021 (05:15)
Die Freude bei Schülern wie Lehrern ist groß über die Rückkehr zum (teilweisen) Präsenzunterricht. An der Mittelschule Euratsfeld besuchen die Schüler wie Andrea Boxhofer und Johannes Peham (von links) nun in zwei Gruppen an jeweils zwei Tagen den Unterricht. „Wir freuen uns sehr, die Schüler wieder von Angesicht zu Angesicht sehen zu können“, sagt Mittelschul-Direktorin Margit Gugler.
Daniela Führer

Am Montag startete in den Volksschulen wieder der tägliche Präsenzunterricht. An den Mittel- und den Höheren Schulen gibt es nun Schichtbetrieb. „Einige Kinder haben wir schon seit Beginn des Lockdowns nicht mehr gesehen, umso mehr freuen wir uns über die Öffnung“, erklärt etwa die Direktorin der Volksschulen St. Georgen/Ybbsfelde und Viehdorf, Barbara Dobrovits.

Die Kinder müssen fortan zwei Mal pro Woche einen „Nasenbohrtest“ durchführen. „Am Montag wurden die Kinder noch von ihren Eltern unterstützt und ab Mittwoch werden die Selbsttests im Klassenverband durchgeführt. Der Einstieg hat heute gut funktioniert. ‚Endlich wieder Schule’ haben einige gesagt“, schildert sie.

Gerade an den Volksschulen sei nun das Ankommen der Schüler das Wichtigste: „An den Lehrplaninhalten wurde im Lockdown wirklich fleißig gearbeitet. Jetzt ist es wichtig, die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen. Es muss darauf geachtet werden, wie gefestigt die Inhalte sind, um dann im Stoff weiterarbeiten zu können. Zuerst kommt aber das Ankommen, das Ernstnehmen der Ängste und Sorgen, das Gespräch, der Austausch, das Erzählen und die Gemeinschaft“, sagt sie weiter.

Getestet wird von der Volksschule bis zur Oberstufe also zwei Mal pro Woche – montags und mittwochs.

„Es war schon eine gewisse Herausforderung am Montag, alle Listen unter Kontrolle zu bringen, denn neben dem Testen mussten wir noch die Einverständniserklärungen der Eltern einsammeln und die Bescheide von jenen Schülern, die das Coronavirus bereits hatten, überprüfen“, zieht Margit Gugler, Direktorin der MS Euratsfeld, eine erste Bilanz. Aber das Testen sei gut verlaufen: „Wenn das alles ist, dass der Schulbetrieb wieder funktionieren kann, dann ist das kein Problem. Das Testen ist wirklich völlig unkompliziert und harmlos“, erzählt sie.

Einige wenige Schüler weiterhin zuhause

Eine Handvoll Schüler bleibt aber auch künftig zuhause, weil sie bzw. ihre Eltern die Bedingungen mit den Tests und Mund-Nasen-Schutz im Unterricht (in Unter- und Oberstufe) nicht einverstanden sind. „Beim Videounterricht am Freitag sind sie aber natürlich auch dabei. Sie bekommen außerdem Aufgabenpakete und wir Lehrer stehen ihnen für Anfragen per Mail zur Verfügung“, erklärt Gugler.

Ein Homeschooling per Videounterricht wie im Lockdown sei jedoch für sie von Montag bis Donnerstag nicht mehr möglich. „Dafür fehlen uns jetzt einfach die Kapazitäten.“

Ebenso schildert es die Direktorin der Mittelschule Seitenstetten-Biberbach, Jutta Feuerstein: „Wir haben auch ein paar ‚Testverweigerer‘. Wir hoffen aber, auch in Zusammenarbeit mit unserem Elternvertreter Markus Edermayr noch möglichst viele umstimmen zu können!“

An ihrer Schule werden die Hauptfachstunden vom Freitag in den Präsenzunterricht der ersten vier Wochentage verlegt. Fächer wie Musik oder Geografie finden dann am Freitag im Distance-Learning über die Lernplattform mit Arbeitsaufträgen und Videokonferenzen statt. Für das Homeschooling werden Lernpakete mitgegeben.

An der Mittelschule St. Peter/Au würden alle Gegenstände regelmäßig und gut im Präsenzunterricht abgedeckt werden, wie Direktor Erich Greiner erklärt. „Während der zwei geblockten Präsenztage für eine der beiden Schülergruppen gibt es für die andere entsprechende Festigungs- und Vertiefungsaufgaben im Homeschooling“, berichtet er.

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