MAN-Standort in Steyr ist gesichert. Siegfried Wolf übernimmt das Werk mit seiner WSA Beteiligungs GmbH. Erste Stimmen aus der Region.

Von Peter Führer. Erstellt am 11. Juni 2021 (11:24)
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Der Standort des Nutzfahrzeugwerks Steyr ist gesichert. Waren erste Verhandlungen noch nach einer Mitarbeiterbefragung vor zwei Wochen gescheitert, kam es nun zu einem erfolgreichen Abschluss.

Die WSA Beteiligungs GmbH von Investor Siegfried Wolf übernimmt sämtliche Anteile an der MAN Truck & Bus Österreich GesmbH. Der entsprechende Kaufvertrag ist bereits unterzeichnet. Damit sind tausende Arbeitsplätze in der Region gesichert. Nicht nur am Standort selbst, sondern auch bei zahlreichen Zulieferunternehmen. 2020 hatte MAN angekündigt, den Standort im Rahmen der Neuausrichtung zu verlegen.

Standortschließung vom Tisch

„Das drohende Aus für den Nutzfahrzeugstandort Steyr, das intensive politische und juristische Tauziehen sowie die damit verbundene Unsicherheit für unsere Mitarbeiter – diese verfahrene Situation war unerträglich. Aus diesem Grund sind wir unserer Verantwortung für den Standort Steyr, für die Belegschaft und deren Familien, nachgekommen und haben uns mit WSA über einen Verkauf des Werks geeinigt. Beide Seiten haben sich bewegt und sind dabei auf wesentliche Forderungen der Arbeitnehmerseite eingegangen. Damit ist die Standortschließung des Werks vom Tisch“, sagt Andreas Tostmann, Vorsitzender des Vorstands der MAN Truck & Bus SE. 

Er freue sich, dass es gelungen sei, den Mitarbeitern eine echte Zukunftsperspektive zu bieten. „WSA unter der Führung von Siegfried Wolf wünsche ich viel Erfolg und eine glückliche Hand beim Aufbau des neuen Unternehmens", so Tostmann weiter.


"Froh, dass es Einigkeit gibt"

Seitens Arbeiterkammer will man vor einer Stellungnahme noch genauere Informationen und Gespräche abwarten, wie Eduard Lag von der AK Bezirk Amstetten erklärt. 

Erfreut zeigt sich Haags Bürgermeister Lukas Michlmayr (ÖVP): "Ich bin froh, dass es nun Einigkeit gibt. In unserer Gemeinde sind von 2.600 Beschäftigten etwa 1.000 in Oberösterreich tätig, davon auch viele in Steyr und bei MAN. In den vergangenen Monaten hat es viel Unsicherheit und Gespräche gegeben, viele Familien kenne ich persönlich. Die Entscheidung ist für unsere Bevölkerung sehr wichtig", führt Michlmayr, zugleich NÖAAB-Bezirksobmann, aus.

Es sei gut, dass die Arbeitsplätze gerettet werden konnte, wenngleich es gewisse Abschläge gibt. Für die Mitarbeiter, mit denen er in Kontakt gewesen ist, sei das auch aufgrund des hohen Lohnniveaus vertretbar. 

Kerstin Suchan-Mayr, Bürgermeisterin St. Valentin (SPÖ): Es ist für die gesamte Region natürlich sehr wichtig, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Ich kenne aber das genaue nicht im Detail, aber auch in St. Valentin arbeiten viele Menschen bei MAN. Und an den Arbeitsplätzen hängen viele Familien und Kinder, darum war das eine sehr wichtige Entscheidung.