„Spannend wie am 1. Tag“. Der Haager Rudolf Königshofer ist der einzige Österreicher, der Fesselflug in der Klasse Combat betreibt. In Polen eroberte er vor Kurzem Bronze bei der Weltmeisterschaft.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 08. September 2014 (10:38)
Rudolf Königshofer mit einem seiner Flugzeugmodelle, die bei der Weltmeisterschaft in Polen zum Einsatz kamen.
NOEN, Ingrid Vogl
Es klingt wie ein Riesenschwarm Insekten, wenn Fesselflieger wie Rudolf Königshofer ihre Flugmodelle mit 150 Stundenkilometern durch die Lüfte jagen. Eine Faszination, die den Haager nach seinen ersten Versuchen in den 1980er- Jahren nicht mehr losgelassen hat. „Es ist spannend wie am ersten Tag. Wenn ich mir heute ein Hobby suchen würde, dann würde ich nicht Computer oder Fußball spielen wollen, sondern ich würde wieder Fesselflug betreiben“, kann sich der Haager ein Leben ohne seine Modellflugzeuge nicht vorstellen.

„Man muss die Motoren im Griff haben“

Warum er sich gerade Fesselflug und vor allem die Klasse Combat (Fuchsjagd) ausgesucht hat, hat für den Mostviertler gleich mehrere Gründe. Zum einen ist es die Auseinandersetzung mit der Technik. „Man muss die Motoren im Griff haben“, erklärt Königshofer. Tunen und frisieren der Motoren gehört für einen Fesselflieger ebenso dazu wie das Finden des richtigen Setups – etwa des richtigen Propellers.

Zum anderen ist es der Kampf Mann gegen Mann, besser gesagt der Kampf Flugzeug gegen Flugzeug, der die Fuchsjagd für den Haager so besonders macht, schwärmt Königshofer von seiner Disziplin, bei der es darum geht, mit dem Propeller des eigenen Flugzeugs einen am Ende des Fliegers befestigten, zwei Meter langen Krepppapierstreifen des gegnerischen Flugzeugs durchzuschneiden.

„Bei einem Wettbewerb habe ich zehn bis 14 Flieger mit“

Da kann es schon zu Zusammenstößen kommen, sodass aus dem Hobby auf Dauer ein nicht ganz billiges Freizeitvergnügen werden kann. Ein Combat-Flugzeug kostet zwischen 25 und 110 Euro, ein Motor zwischen 200 und 400 Euro. „Bei einem Wettbewerb habe ich schon zehn bis 14 Flieger mit“, verdeutlicht Königshofer die Dimension der notwendigen Ausrüstung. Diese hatte er vor Kurzem bei der Weltmeisterschaft in Polen im Einsatz.

91 Teilnehmer aus 29 Nationen kämpften um den Titel des Weltmeisters in der Fuchsjagd. Königshofer schlug sich ganz ausgezeichnet und durfte mit Platz drei über den größten Erfolg seiner Fesselflug-Karriere jubeln. „Sonst war ich immer im guten Mittelfeld – unter den besten 20. Diesmal bin ich schon mit einem Bein am obersten Treppchen gestanden“, verpasste der einzige Österreicher in diesem Bewerb den Titel nur knapp. Geschlagen geben musste er sich im Kampf um den Sieg einem Profi, denn in Ländern wie Russland oder der Ukraine wird Fesselflug als Hauptberuf betrieben.

Davon ist man in Österreich weit entfernt. Zum Training fährt Königshofer oft nach München oder nach Asten, wo er auf einem abgeschiedenen alten Fußballplatz seine Runden dreht. In Haag ist er an mehreren Plätzen anzutreffen. „Ich wechsle ab, damit die Lärmbelästigung nirgends zu viel wird“, hat er Verständnis für alle, die seinem Hobby nicht so viel abgewinnen können wie er selbst.