Erfolgslauf: Firma Systron baut aus. Glasbearbeitungsmaschinen des Wolfsbacher Unternehmens sind sehr gefragt. Firma braucht dringend schnelles Internet.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 11. Dezember 2018 (01:34)
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Bürgermeister Josef Unterberger und Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer ließen sich von den Systronschefs Franz Schachner und Reinhard Gruber über ihre Ausbaupläne informieren.

Die Geschichte der Firma Systron Gmbh ist eine Erfolgsstory. 2014 haben Reinhard Gruber und Franz Schachner den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und in einer angemieteten Halle in Seitenstetten mit der Produktion von Maschinen für die vertikale Glasbearbeitung begonnen. Die Nachfrage war so groß, dass die beiden gebürtigen Wolfsbacher beschlossen, in ihrer Heimatgemeinde einen eigenen Betrieb mit Bürogebäude und einer 1.150 Quadratmeter großen Produktionshalle zu errichten. Seit Mitte 2017 wird dort produziert.

Ob der boomenden Glasbranche wälzen die Firmenchefs bereits wieder Ausbaupläne. Sie haben noch Betriebsgrund dazugekauft und verfügen nun insgesamt über 11.000 Quadratmeter. „Wir planen die Errichtung einer Lagerhalle mit 500 Quadratmetern und dahinter noch eine Halle für die Blechfertigung mit 1.250 Quadratmetern“, sagt Gruber. Den beiden Wolfsbachern geht es vor allem darum, die benötigten Abkantbleche für ihre Maschinen selbst herzustellen. „Unsere Lieferanten haben so viele Aufträge, dass es immer wieder zu Verzögerungen kommt, wodurch auch wir unsere Maschinen nicht zeitgerecht fertigstellen können“, erklärt Schachner.

Die Systron-Chefs planen aber auch, künftig selbst in die Lohnblechfertigung für andere Unternehmen einzusteigen.
Haupterwerbszweig bleibt aber natürlich die Produktion von Anlagen für die Glasfertigung. „Mit unseren Maschinen kann man Interieur für den Innenbereich herstellen und auch Duschkabinen und Stiegengeländer. Wir stellen aber auch große Anlagen zur Bearbeitung von Glas für den Außenbereich her“, sagt Gruber.

Unternehmen hat schon Patente angemeldet

Die Glasfronten des neuen World-Trade-Centers wurden von einem deutschen Unternehmen zum Beispiel mit einer Systron-Maschine geschliffen. Im Bereich der Wasserstrahltechnologie hat das Unternehmen auch schon Patente angemeldet.

Die Zahl der Mitarbeiter wird sich 2019 von derzeit 25 auf 35 erhöhen. „Wir sind sehr froh, dass wir ein so innovatives und florierendes Unternehmen in unserem Ort haben“, sagt Bürgermeister Josef Unterberger. Er will sich dafür stark machen, dass das Unternehmen rasch einen Glasfaseranschluss und somit schnelles Internet erhält, denn das braucht es dringend für die Übertragung seiner großen Datenmengen.

VP-Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer hofft, dass nach der Pilotregion Ybbstal bald andere Gemeinden im Bezirk vom Land beim Internetausbau unterstützt werden. „Viele, darunter auch Wolfsbach, haben ihre Hausaufgaben gemacht und schon Leerrohre für Glasfaserkabeln verlegt.“