Kapellen im neuen Glanz. Familien Halbmayr und Aichberger haben ihre Marienkapellen stilvoll restauriert.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 26. Juli 2020 (03:09)
Die neu renovierte Kapelle beim ‚Mayr im Pfarrhof‘ wird demnächst gesegnet werden: Wolfgang und Rosa sowie Elisabeth und Rupert Halbmayr (von links) erfreuen sich an dem sakralen Kleinod.
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Wegkreuze, Andachtsbilder, Bildstöcke, Marterln oder Kapellen. Gerade in der Region zieren viele derartige sakrale Kleindenkmäler Wege- und Straßenränder oder auch den Nahbereich von Vierkantern.

Diese Marienstatue aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ziert die neu gestaltete Halbmayr-Kapelle.
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Ob skulptural oder gemalt – die Errichtung und Pflege von Kapellen und Marterln gilt noch heute als weit verbreitete Form der Volksfrömmigkeit und Anstoß zum Gebet unterwegs, als Zeichen der Dankbarkeit für überstandene Gefahren (im Krieg), Krankheiten oder Seuchen sowie zur Erinnerung an Unglücksfälle. Die Dreifaltigkeitsdarstellung vom „Sonntagberger Gnadenthron“ oder auch Herz-Jesu- sowie Mariendarstellungen sind besonders häufige Motive. Im Gemeindegebiet von Wolfsbach finden sich etwa 120 derartige Kleindenkmäler, bisweilen werden solche sogar neu errichtet.

In letzter Zeit wurden zwei an Wolfsbacher Naherholungswegen gelegene Kapellen, deren Alter man leider nicht kennt, liebevoll restauriert. Diese ‚stummen Zeugen des Glaubens‘ haben zudem auch gemeinsam, dass sie aufgrund von Straßenverlegungen unter der Patronanz des örtlichen Feitelclubs in den 80er-Jahren versetzt oder zumindest mithilfe einer Seilwinde (durch die Feuerwehr) gedreht worden sind.

Zur Aichberger-Marienkapelle, die durch ein schönes, von Ernst Aichberger angefertigtes schmiedeeisernes Gittertor geschützt ist, führt alljährlich auch eine Prozession im Rahmen der Bitttage. Ein Kleinod aus der Biedermeierzeit ziert seit Kurzem die Kapelle der Familie Halbmayr: Die kunstvoll gefertigte Marienstatue wurde auf Empfehlung von Pater Jacobus Tisch von einem Restaurator besorgt. Die gesamte Kapelle aber wurde liebevoll nach alten Aufzeichnungen sowie unter Anbringung eines schmucken Mosaiks im rückseitigen Innenbereich wieder in einen bewundernswerten Zustand gebracht.

Pfarrer Pater Jacobus Tisch über sakrale Kleindenkmäler: „Sie sind für mich Zeugnisse der Volksfrömmigkeit und des Glaubens, die mich persönlich auch zum Gebet anregen, wenn ich daran vorbeikomme.“ Mögen auch zukünftig diese christlichen Wegzeichen erhalten bleiben und Orientierung geben.