Mit den Königinnen auf Du und Du. Fleißig wie die Bienen sind Ilona und Josef Kogler seit einigen Jahren als Imker tätig. Ein Hobby wurde zur Profession.

Von Josef Penzendorfer. Erstellt am 13. Januar 2020 (03:34)
Ilona und Josef Kogler vor dem Bienenstand namens „Geburtstagsgeschenk“.
Penz

Begonnen hat alles im Jahr 2015 mit dem Geburtstag seiner Frau Ilona, als diese von ihrem Vater und Imker Josef Stiebellehner einen ersten Bienenstock als Geschenk bekam. Im Jahr 2016 folgte ein weiterer. 2017 schließlich baute Josef Kogler zum 50. Geburtstag seiner Ilona ein Haus für 24 Bienenstöcke und 2018 waren es bereits 65. Der derzeitige Stand liegt beinahe bei 80 Stöcken, womit Josef nicht nur zu einem der größten Imker des Wolfsbacher Imkervereins geworden ist, sondern auch zu einem, der gemeinsam mit seiner Frau mehrere Imkerkurse besucht hat und sein umfangreiches Fachwissen ständig erweitert, indem er sich intensiv auch mit Fachliteratur beschäftigt.

Und das kommt ihm freilich auch in der professionellen Haltung der Bienen und der hochwertigen Honigproduktion zugute: „Bei Laboruntersuchungen in Linz wurde uns stets die ‚Goldene Honigwabe‘ zuerkannt“, weiß Josef zu berichten.

Imkern als Leidenschaft und Lebensaufgabe

Koglers handwerkliches Geschick kommt ihm gerade auch bei der Imkerei zugute: Wurde im Dezember noch eifrig an der Restentmilbung des Bienenstocks gearbeitet, so werden derzeit gerade die Rähmchen für das kommende Imkerjahr gefertigt, danach folgt die „Frühjahresrevision“. Zur Kirschblüte gilt es die zweite Beute aufzusetzen, die Waben auf Weiselzellen zu untersuchen, neue Völker aufzubauen, danach die Schleudervorgänge durchzuführen.

Ein Imker ist also das ganze Jahr über gefordert, umso mehr, wenn er auch noch eine Königinnenzucht betreibt, womit Ilona und Josef 2018 nach dem Ablegen eines Königinnen-Zuchtkurses begonnen haben. „Wir sind im Jahr 2019 mit 35 Zuchtkästen auf die Mühlviertler Alm gefahren und von dort mit 29 begatteten Königinnen zurückgekehrt“, zeigen sich die Jungimker begeistert.

In weiser Voraussicht hat Josef schon vor einigen Jahren einen Mischwald mit vielen Blühern in der Nähe seines Hofes aufgeforstet, sind doch die Weidenkätzchen fleißige Pollengeber. Als „Bienenweide“ stellt er seinen Nützlingen zudem 3.000 Quadratmeter Blühbrache zur Verfügung, wie er überhaupt die gelebte Biodiversität seiner Nachbar-Landwirte sehr zu schätzen weiß.

Für Ilona und Josef Kogler ist die Imkerei freilich längst viel mehr als ein Hobby. Sie erfreuen sich am regen Meinungsaustausch mit Imkerfreunden im Verein (22 Mitglieder), denen sie auch viel zu verdanken haben. „Alles Erwirtschaftete wird wieder investiert, Imkern ist zu unserer Leidenschaft, ja fast Berufung und Lebensaufgabe geworden.“