Polit-Disput um Bushütten in St. Valentin

Volkspartei ortet Mangel und stellte symbolisch eine Hütte auf. Stadtchefin Suchan-Mayr kontert Kritik.

Peter Führer
Peter Führer Erstellt am 06. Oktober 2021 | 05:50

Mit einer symbolischen „Bushütte“, die für kurze Zeit vor der Volksschule aufgestellt war, übt die ÖVP Kritik. Im Stadtgebiet seien nach wie vor zu wenige Bushütten für Schüler aufgestellt. Das betrifft nicht nur das Zentrum, sondern auch die weiteren Ortsteile. „Wir haben schon im November einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag eingebracht, der nicht aufgenommen wurde, und später eine Facebook-Aktion gestartet. Dann wurden im Gemeinderat aber doch 40.000 Euro für Bushütten beschlossen. Bis jetzt ist aber keine einzige aufgestellt worden. Wir wollen mit dieser symbolischen Hütte aufrütteln und darauf hinweisen, dass es einen Wetterschutz für die Kinder braucht“, erklärt Stadtparteiobmann Michael Purkarthofer.

Drei Bushütten seien in der Stadt zu wenig

Er weist – scherzhaft – darauf hin, dass man gerne die von den Volkspartei-Mandataren produzierte Holzhütte verwenden könne. „Es gibt in St. Valentin vielleicht drei Hütten, die außerdem in schlechtem Zustand sind. Das ist viel zu wenig. Wir können nicht verstehen, warum man hier nicht schneller Schritte setzt. Wie man sieht, würde sich das ja schnell umsetzen lassen“, unterstreicht Purkarthofer weiters.

Schon seit Jahren fordere man die Bushütten, ergänzt Stadtrat Andreas Pum. Immerhin bräuchten 180 Schüler Schutz vor der Witterung. „Natürlich, direkt vor der Volksschule am Hauptplatz kann aufgrund des Denkmalschutzes anscheinend keine aufgestellt werden. Daher ist es wichtig, neue Planungen zu machen und sich die Frage zu stellen, ob die Bushaltestelle nicht verlegt werden sollte. Da gehört ein vernünftiges Konzept her“, argumentiert er. Wie Pum berichtet, werde es am 14. Oktober diesbezüglich eine Bürgerinformation der Gemeinde geben, bei der Vorschläge und Ideen gesammelt werden sollen.

Stadt-SPÖ: „Es wurde alles kommuniziert“

Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr (SPÖ) und Stadtrat Rafael Mugrauer können die Kritik nicht nachvollziehen. In den vergangenen Monaten seien sämtliche Bushaltestellen evaluiert und in Bezug auf die gesetzlichen Anforderungen bewertet sowie Verbesserungs- und Optimierungsvorschläge erarbeitet worden. „All diese notwendigen, umfangreichen Vorarbeiten wurden im zuständigen Ausschuss kommuniziert und diskutiert“, sagt Mugrauer. Man habe bereits zwei neue Wartehäuser, in Herzograd sowie in Aichet, errichtet. „Für das Jahr 2021 wurde der Ankauf von drei weiteren Buswartehäusern – entlang der Westbahnstraße sowie in der Steyrer Straße – budgetiert und im Gemeinderat beschlossen. Der genaue Zeitplan sowie die Reihenfolge der Errichtung werden mit dem Hersteller sowie dem Bauhof abgestimmt“, unterstreichen die SPÖ-Politiker weiters.

Die Notwendigkeit einer Bushaltestelle bei der Volksschule am Hauptplatz wäre allen Verantwortlichen „mehr als bewusst“. „Da aus denkmalschutzrechtlichen Gründen die Errichtung eines Wartehäuschens direkt vor der Schule leider nicht möglich ist und ein anderer Standort gesucht werden muss, haben wir ein Projekt in Ausarbeitung, welches neben der Errichtung eines geschützten Wartebereichs auch die Neugestaltung eines Teils des Hauptplatzes beinhaltet“, informiert Stadträtin Andrea Prohaska. Auf diese Vorgehensweise hätten sich alle Fraktionen verständigt.

Aus diesem Grund zeige sich die Stadt-SPÖ über die Aktion der ÖVP verwundert. „Wenn man solche Statements ausgerichtet bekommt und in den Ausschüssen und Gremien geschwiegen wird, dann ist das nicht die Art von Zusammenarbeit, die wir uns wünschen und die sich die Bevölkerung zurecht erwartet“, erklärt Suchan-Mayr.