Die Seelenretter. Thomas Schweiger aus Amstetten hat sich mit knapp 50 Jahren zum ersten Mal getraut und ein Buch geschrieben. Im persönlichen Gespräch erzählt er, wie es dazu kam. Von Katja Lehenbauer

Erstellt am 02. Februar 2021 (16:00)
Thomas Schweiger erzählt im Interview, warum sein erstes Buch entstanden ist.
Katja Lehenbauer

„Die Seelenretter“ erzählt die Geschichte von Peter Bauer und Chris Jakobs, die in einer Krisensituation den Seelenretter Flavius kennenlernen – und das ausgerechnet im Caluba in Greinsfurth. Zufall ist das keiner. Der Autor des Buches ist nämlich selbst Amstettner. Thomas Schweiger heißt er, und hat sich mit knapp 50 Jahren zum ersten Mal getraut.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wie es überhaupt dazu kam und was er macht, wenn er nicht gerade Bücher schreibt, hat er Katja Lehenbauer von der Amstettner Stadtmarketing-Plattform Stadtluft im persönlichen Gespräch verraten.

Thomas, wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen ein Buch zu schreiben?

Thomas Schweiger: Ich muss sagen, ich war in Deutsch eigentlich immer schon sehr gut. Vor ca. vier Jahren habe ich dann meine Matura am BFI nachgemacht. Meine Lehrerin dort hat mich schließlich motiviert, dass ich wieder mit dem Schreiben anfange. Daraufhin habe ich ein paar Manuskripte erstellt und natürlich auch „Die Seelenretter“. Über Umwege kam ich dann zu einer Wiener Verlegerin, der ich mein Manuskript geschickt habe. Sie hat mich schließlich an meine Lektorin vermittelt, Ada Diagne. Und ehrlich gesagt, ohne ihre Hilfe hätte ich es wohl nicht geschafft.

Aber kurz zum Hintergrund, warum ich überhaupt dieses Buch geschrieben habe: vor ca. einem Jahr hatte ich einen kleinen Unfall, bei dem mein Daumen in Mitleidenschaft gezogen wurden, und ich daher eine Zeit lang außer Gefecht gesetzt war. Zuhause war mir während dieser Zeit extrem fad. Ein Freund ist dann auf mich zugekommen, und hat gemeint. „Weißt du was, schreib doch ein Buch“. Gesagt, getan. Ich habe meine Ideen auf Papier gebracht am 10. Juni ist „Die Seelenretter“ dann schließlich erschienen.

Und wovon hast du dich beim Schreiben inspirieren lassen? Gab es da irgendetwas Bestimmtes?

Schweiger: Vor einem Jahr sind sehr viele Prominente verunglückt und gestorben, zum Beispiel Avicii. Daraufhin hab ich mir so einige Gedanken gemacht und mich damit beschäftigt. Zeit hatte ich ja genug. So bin ich schließlich zu den Seelenrettern gekommen. Ursprünglich hatte ich ja geplant, alles etwas düsterer zu schreiben, schließlich habe ich mich aber doch noch umentschieden. Das Buch bietet jetzt eine gute Mischung: Manchmal ist es lustig, manchmal etwas ernster. Ich bin mir sicher, dass für jeden etwas dabei ist.

Wir haben ja gehört, dass einiges von deinem Roman autobiografisch ist. Stimmt das? Und wenn ja, wie viel davon?

Schweiger: Wer mich kennt und das Buch liest, wird sehr schnell merken, welche Stellen des Buches autobiografisch sind. Es ist sehr viel Persönliches von mir drinnen. Meine Eltern haben sofort erkannt, was autobiografisch ist.

Und was würdest du sagen, macht deinen Roman allgemein so besonders und unterscheidet ihn von anderen?

Schweiger: Es ist keine typische Fantasy-Geschichte wie andere, da sie nicht an fiktiven Orten spielt. Es kommen Plätze darin vor, an denen jeder und jede aus dem Raum Amstetten ziemlich wahrscheinlich schon einmal war, zum Beispiel das Caluba. Dort durfte ich mein Buch übrigens auch vorstellen, wofür ich dem ganzen Team auch sehr dankbar bin. Außerdem kommen Freunde und Bekannte von mir auch im Roman vor. Die wissen natürlich Bescheid. Die haben gar nicht geglaubt, dass ich das veröffentliche und waren natürlich dementsprechend überrascht.

Hast du schon Pläne oder Ideen für weitere Bücher?

Schweiger: Klar, „Die Seelenretter“ soll eine Trilogie werden und das Grundgerüst dafür steht schon. Wir sind gerade dabei den letzten Feinschliff am zweiten Teil vorzunehmen und im Dezember soll er dann fertig sein. Was ich vorab schon verraten kann: Die Leser erwartet eine Trauer- und eine Hochzeitsfeier. Außerdem wird es eine überarbeitete Neuauflage vom ersten Teil geben, denn dieses Mal soll alles perfekt werden.

Und was machst du, wenn du nicht gerade Bücher schreibst?

Schweiger: Ich arbeite im Amstettner Krankenhaus in der Haustechnik. In meiner Freizeit bin ich außerdem Platzsprecher beim FCU Winklarn seit mittlerweile fünf Jahren. Die Menschen dort sind wie meine zweite Familie, denn sie halten immer zu mir, egal was passiert. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen, so etwas ist nicht selbstverständlich.

Vermutlich liest du auch gerne, oder? Was für Bücher hast du am liebsten?

Schweiger: Ja klar! Ich mag vor allem Fantasy und Science-Fiction recht gerne, auch wenn es um Filme und Serien geht. „Star Trek“ gefällt mir zum Beispiel sehr gut, daher habe ich auch einige Elemente aus dieser Serie in mein Buch einfließen lassen. Das gleiche gilt für „The Big Bang Theory“, „Harry Potter“ und „Buffy – Im Bann der Dämonen“. Fans dieser Serien und Filme werden diese beim Lesen meines Buches auf jeden Fall gleich erkennen.

Falls jemand jetzt selber auf den Geschmack gekommen ist und ein Buch schreiben möchten, was würdest du ihm/ihr raten?

Schweiger: Tu‘ es einfach! Man sollte sich von keinem verunsichern lassen, der meint, dass das nicht geht. Ich habe mir dann immer gedacht: jetzt erst recht! Falls wer weitere Tipps braucht oder irgendwelche Fragen hat, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung!

Last but not least: Bist du zufrieden mit den Verkaufszahlen und mit der Resonanz zu deinem Buch?

Schweiger: Ich muss ehrlich gestehen, die Verkaufszahlen waren für mich nie eine Motivation. Ich wollte einfach nur ein Buch schreiben und alles Weitere war für mich nur das Tüpfelchen auf dem i. Jeder Verkauf hat mich wahnsinnig gefreut, insgesamt sind es ja mittlerweile 70 Bücher. Dafür dass ich alles in Eigenregie gemacht habe, ist das ein ziemlicher Erfolg. Ich konnte sogar zwei Bücher in die Schweiz und nach England verkaufen. Mit der Resonanz bin ich auch sehr zufrieden. Ich habe viel positives Feedback bekommen, egal ob von jung oder alt.