NoVA wird angehoben. Ab 1. Juli dieses Jahres gilt die neue Regelung der Normverbrauchsabgabe. Von der Erhöhung werden alle Kfz-Besitzer, insbesondere auch Firmen und Familien, betroffen sein.

Erstellt am 04. Februar 2021 (11:19)
Abgasintensive Autos mit herkömmlichem Antrieb, also Diesel und Benziner, werden teurer. Das gilt insbesondere für SUVs.
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Im Nationalrat wurde am 10. 12. 2020 eine umfassende Reform des Normverbrauchsabgabegesetzes beschlossen. Die Normverbrauchsabgabe (NoVA) wird demnach ab 1. Juli schrittweise erhöht – bis 2024. Das heißt: Abgasintensive Autos mit herkömmlichem Antrieb, also Diesel und Benziner, werden teurer. Das gilt insbesondere für SUVs.

Was das für Familien bedeutet, zeigt sich am Beispiel eines VW Sharan Family 1,4 TSI (7 Sitze, 110 kW, 181 g CO2/km, Nettopreis ca. 28.400 Euro): Die NoVA steigt demnach von 3.344 Euro im Jahr 2020 in jährlichen Schritten bis 2024 auf stolze 6.560 Euro.

Diese NoVA-Erhöhungen der nächsten Jahre betrifft somit sehr viele Kfz-Besitzer teilweise beträchtlich. Es lohnt sich jetzt ganz besonders, über eine Anschaffung im nächsten Halbjahr nachzudenken. Das gilt insbesondere für stärker motorisierte Kfz mit hohem CO2-Ausstoß und Anschaffungskosten sowie bei leichten Nutzfahrzeugen (Klein-Lkw N1) – also Kastenwägen, „Pick Ups“ etc., welche ab dem 1. Juli ebenfalls der NoVA unterworfen und zum Teil empfindlich teurer werden.

Für Motorräder gilt ab Juli 2021 bei der NoVA ein Höchststeuersatz von 30 Prozent – statt wie bisher 20 Prozent. Zusätzlich dazu hat die Berechnung der NoVA für Quads ab Juli 2021 nicht mehr wie bisher, wie für Pkw, sondern analog zu Motorrädern zu erfolgen.

Teuerungswelle in allen Bereichen

„Über kurz oder lang wird sich die NoVA-Erhöhung auch beim Gebrauchtwagenkauf bemerkbar machen – wer mehr für ein neues Auto zahlt, wird beim Wiederverkauf mehr haben wollen“, stellt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober klar. Und weil künftig auch für Klein-Lkw NoVA anfällt, ist zu erwarten, dass diese Kosten von vielen Betrieben an die Kunden weiterverrechnet werden. Eine zusätzliche Belastung, die nicht nur Autofahrer trifft.

Wo Schatten ist, ist auch Licht: Belohnt wird im Gegenzug der Erwerb klimaschonender Fahrzeuge. E- und Wasserstoff-Autos werden von der NoVa befreit. Und die Anschaffung von E-Pkws durch Private wird weiter mit 5.000 Euro gefördert, bei Plug-in-Hybriden beträgt der Zuschuss 2.500 Euro.

Fast 50 Prozent Diesel oder Benzin 

Detail am Rande: In der aktuellen Neuzulassungsstatistik 2020 bei Pkw nehmen Benziner 47 Prozent ein. Der Diesel-Schnitt lag bei rund 33 Prozent. Das Segment der Fahrzeuge mit Alternativantrieb (Elektro und Hybrid) ist zwar um stolze 79,3 % gewachsen, macht aber nur einen Anteil von 6,2 % aus.