Region Herzogenburg: „Pandemie ist große Fastenzeit“. Prominente aus der Region schildern, worauf sie in den kommenden Wochen verzichten werden.

Von Peter Nussbaumer, Hans Kopitz, Thomas Heumesser, Lisa Zederbauer und Günther Schwab. Erstellt am 17. Februar 2021 (03:40)
Symbolbild
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Lena Stöger: „Ich probiere es mit basisch essen.“
Kopitz

Wenn Herzogenburgs Stadtpfarrer Mauritius Lenz das Wort „Fasten“ hört, denkt er unweigerlich an die Aufforderung im Flugzeug „Please, fasten seat belt!“ (Bitte anschnallen!). Lenz: „Den Gürtel enger schnallen, tut von Zeit zu Zeit ganz gut, auf manche Annehmlichkeiten und Gewohnheiten verzichten, das macht einen wieder etwas freier. Das englische Wort ,fasten‘ hat mit festmachen zu tun. In Turbulenzen und Unsicherheiten ist es wichtig, sein Leben festzumachen.“

Die Fastenzeit biete ihm Gelegenheit, zusammen mit anderen Weggefährten, sein Leben in Gott festzumachen. „Die Pandemie ist für uns eine große Fastenzeit, ein richtiger Langstreckenflug. Hoffentlich landen wir gut!“, sagt der beliebte Seelsorger.

Auch Walter Freinberger , Direktor des Pflege- und Betreuungszentrums Herzogenburg, lebt die Fastenzeit: „Sie ist für meine Familie und mich jedes Jahr eine Zeit, in der wir versuchen, bewusst genügsamer zu leben, auf manche Dinge zu verzichten und auf Körper und Seele zu achten. Zumindest an den besonderen Tagen wie Aschermittwoch, Karfreitag und den Freitagen essen wir kein Fleisch und Süßigkeiten. Alkohol trinke ich nur in Ausnahmefällen.“

Für Traismauers ÖVP-Stadträtin Veronika Haas geht es beim Fasten um Verzicht, nicht um weniger essen oder trinken: „Dazu braucht es die innere Einstellung, den klaren Entschluss. Angesichts der Corona-Pandemie haben viele Menschen schon (ungewollt) fast ein ganzes Jahr Verzicht üben müssen. Da ich weder Alkohol konsumiere, noch rauche, fallen diese Optionen weg. Ich beteilige mich an der Aktion ,Auto-Fasten‘, und werde, wenn möglich, mehr mit dem Fahrrad unterwegs sein.“.

SPÖ-Vizebürgermeister Thomas Woisetschläger hat in der Vergangenheit nicht gefastet und wird es auch heuer nicht tun: „Weil ich mich ohnedies mit Maß und Ziel ernähre und auch Nichtraucher bin, braucht es diesbezüglich keine zusätzlichen Einschränkungen. Durch die Corona-Pandemie und die geschlossene Gastronomie ging der mäßige Alkoholkonsum ohnehin noch weiter zurück.“

Lena Stöger: „Ich probiere es mit basisch essen.“
Heumesser

Auch Lena Stöger , geschäftsführende Gemeinderätin in Obritzberg-Rust (ÖVP), hat noch niemals einen Vorsatz für die Fastenzeit gehabt. Heuer ist es allerdings anders: „Ich werde gemeinsam mit meiner Mama basisch essen. Mal schauen, ob der Vorsatz klappt“, schmunzelt sie.

In der Familie von Wölblings ÖVP-Obmann Manuel Erber sind die Fastenregeln am Aschermittwoch und Karfreitag stets eingehalten worden: „Das gilt für mich auch heuer.“ Mehrmals, zuletzt im Vorjahr, hat er in der Fastenzeit keinen Alkohol getrunken: „Wer mich kennt, weiß, dass ich ein geselliger Mensch bin. Heuer habe ich dazu nichts geplant, da uns die Pandemie und die angeordneten Maßnahmen ohnehin zwingen, von geselligen Ereignissen abzusehen. Sollten unsere Heurigenbetriebe und die Gastronomie öffnen dürfen, freue ich mich trotz Fastenzeit darauf, auf das ein oder andere Achterl oder Bier in geselliger Runde.“

Karl Peyerl , Langzeit-Obmann und Legende des Sportclubs Getzersdorf, hat noch nie gefastet: „Das liegt aber nicht daran, dass ich nicht diszipliniert bin. Als junger Sportler hatte ich eine schwere Kopfverletzung, bei der mir die Ärzte geraten haben, ein Jahr nichts zu trinken. Das habe ich gleich mehrere Jahre lang durchgezogen.“

SPÖ-Gemeinderat Gerald Ott ist erst durch die NÖN auf die Fastenzeit aufmerksam geworden: „Ich habe als Kind gefastet, ab dem Einstieg ins Berufsleben hörte ich auf damit.“

Gertrude Wurlitzer aus Perschling, langjährige stellvertretende Leiterin des Pfarrgemeinderates von Weißenkirchen, Lektorin und Organisatorin im Katholischen Bildungswerk, verbringt die Fastenzeit nach einer Augenoperation „privat. Den ein Kilometer langen Kirchgang absolviere ich zu Fuß.“

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