Am Ende des Festes gab es heftige Kritik. Auseinandersetzung / Nach der Veranstaltung gibt es Schlagabtausch zwischen Integrationsbeauftragtem Waringer und FP-Stadtrat Schatzl.

Von Hans Kopitz und Alex Erber. Erstellt am 23. Juni 2014 (13:55)
Verena Jirkovvy, Shlirim Kosumi, Nehir Tanyeli und Paulia Keiblinger (von links) sangen beim Herzogenburger Volksschulchor mit.
NOEN, Hans Kopitz

HERZOGENBURG / „Integration darf keine Einbahnstraße sein. Sie soll ohne politische, religiöse oder sprachliche Schranken erfolgen. Oft genügt schon ein gemeinsames Lachen oder Essen, um einander zu verstehen. Ich habe kein Verständnis für Hass-Nationalismus!“ So eröffnete SP-Nationalratsabgeordneter und Bezirksparteivorsitzender Anton Heinzl das große Integrationsfest, das am Donnerstag am Rathausplatz stattfand.

Das Programm begann um 15 Uhr mit ein paar Regentropfen und endete knapp 20 Uhr mit ein paar Regentropfen - dazwischen herrschten perfektes Wetter und beste Stimmung: „Es waren noch mehr Besucher da als bei der Premiere“, freute sich SP-Bürgermeister Franz Zwicker. Die Gäste waren von den Darbietungen der einzelnen Gruppen und vom kulinarischen Angebot rundum begeistert.

FP: Frontalattacke auf Waringer

Am Ende des Festes gab es dann doch heftige Kritik, die heuer im Vorfeld, für viele Beobachter überraschend, ausgeblieben war.

FP-Stadtrat Wolfgang Schatzl, seit jeher vehementer Gegner der Veranstaltung, greift zunächst drei allgemeine Themen auf, die Österreich bewegt haben: Türkisch als Maturafach, türkische Islamschule in Wien, Privatbesuch des türkischen Premierministers Erdogan in Wien. „Wer mehr türkischen Einfluss in der unmittelbaren Umgebung möchte, dem kann dank unseres Herzogenburger Integrationsbeauftragten Richard Waringer gerne ,geholfen‘ werden. Ungeachtet der Geschehnisse und österreichweiten Diskussionen hat er einen Türkisch-Kurs in Herzogenburg organisiert und wie jedes Jahr seine Integrations-Bemühungen mit dem Integrationsfest am Herzogenburger Rathausplatz gekrönt. Schön, dass wenigstens Herr Waringer noch so unbedarft und sorglos durchs Leben wandert“, so Schatzl.

Richard Waringer, er ist auch SP-Gemeinderat, kontert blitzschnell: „Nach langer Zeit hat die FP Herzogenburg wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben - wie gewohnt besteht dieses jedoch nur aus einer Aussendung von hysterischen Angriffen gegen türkisch-stämmige Mitmenschen und die Integrationsbemühungen der Stadtgemeinde. Konstruktive Vorschläge für ein besseres Zusammenleben oder zumindest eine nüchterne Auseinandersetzung mit der Thematik sucht man hingegen vergeblich.“

Abschließend klärt Waringer auf: „Offenbar setzt sich Herr Schatzl nicht einmal mit den Vorgängen in der Gemeinde auseinander, in der er Stadtrat ist: Dass es in Herzogenburg einen Türkisch-Kurs gibt, ist falsch, ebenso findet unser interkulturelles Fest nicht jährlich, sondern alle zwei Jahre statt.“