Tumult bei FPÖ-Bezirksparteitag

Mit rund 61 Prozent ging Martin Antauer beim St. Pöltner Bezirks-FPÖ-Parteitag als Sieger hervor. Vermeintlicher Stoß sorgt für dunkle Wolken am Siegerhimmel.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 05:10
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FPÖ-Obmänner: Ehrenobmann Erich Königsberger, Bezirks-Obmann Martin Antauer und Landesparteiobmann Udo Landbauer.
Foto: Straubinger

Nach mehr als 20 Jahren an der Spitze der Bezirks-FPÖ zog sich der Ober-Grafendorfer Erich Königsberger zurück. Beim Bezirksparteitag rangen zwei Kandidaten um dessen Nachfolge: Landtagsabgeordnete Vesna Schuster und der St. Pöltner Gemeinderat Martin Antauer. Mit rund 61 Prozent der Stimmen setzte sich schließlich Antauer durch.

Schon zuvor bei den Reden kam es zu heftigen verbalen Attacken gegen Funktionäre. Nach Abgabe der Stimmen für den Obmann-Stellvertreter soll der St. Pöltner Stadtrat Klaus Otzelberger schließlich die Gegenkandidatin Vesna Schuster körperlich attackiert haben.

„Er stieg auf meinen linken Fuß und stieß mich mit seiner linken Hand gegen meine rechte Schulter auf die Sitzreihe“, schildert Schuster. Sie sei dabei verletzt worden und der Arzt habe ihr Schmerzmittel verschrieben. Auf eine Anzeige will sie jedoch verzichten, dennoch müsse sie die Sache für sich selbst ordnen. „Aufgrund meiner Erfahrungen lässt mich so ein Verhalten nicht kalt. So etwas geht nicht, man muss sich wehren“, sagt die Landtagsabgeordnete.

Von einem „zufälligen Zusammenstoß“ spricht Otzelberger. Er wollte zu Martin Antauer laufen, da sei ihm Schuster entgegengekommen. „Ich probierte noch auszuweichen, dann kollidierten wir unabsichtlich“, meint Otzelberger. Bezirksobmann Martin Antauer sei, wie Schuster sagt, hinter ihr gewesen und müsse den Vorfall mitbekommen haben. „Er versuchte zu beruhigen, da der Zusammenstoß von keinem beabsichtigt war“, erinnert sich Otzelberger. Schuster hingegen will gehört haben, wie Antauer seinen St. Pöltner Gemeinderatskollegen zurechtgewiesen hat. „Es war ein Zusammenstoß, mehr war da nicht“, sagt Antauer. Der neue FPÖ-Bezirksobmann will intern vermitteln.

Neben dem Glätten der Wogen möchte Antauer nun die „Stärken der einzelnen Gemeinden bündeln und das Ganze zu einem erfolgreichen Bezirk formen“. Außerdem soll der Auftritt in den Sozialen Medien wie Facebook und Instagram forciert werden.