Aquapark: Minus fiel deutlich aus. Bilanz 2014 | Regen ohne Ende: 55.000 Gäste waren 2013 nach Ossarn gepilgert, heuer waren es nur 29.100: Rückgang von 47 Prozent.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 08. September 2014 (13:29)
Julia Fessel, Alexander Praher, Michelle Fussl, David Kiesl, Matthias Sohner und Simon Hofbauer (von links) denken wehmütig an die wenigen Sonnentage zurück.
NOEN, Hans Kopitz
Langsam, aber sicher hat sich der Sommer verabschiedet und der Herbst ist ins Land gezogen - davon zeugen zumindest die Nebelschwaden, mit denen man nicht nur als Autofahrer in der Früh konfrontiert wird. Aber war das heuer überhaupt ein Sommer? Das fragen sich viele Herzogenburger, für die der Sommer ins Wasser fiel: zu kühl, zu nass, zu wenig Sonne.

Von 129 Tagen hatte man nur 90 geöffnet

Im August gab es rund ein Viertel weniger Sonnenstunden als im langjährigen Mittel. Insgesamt war der heurige Sommer der bewölkteste seit neun Jahren.

Das Wetter schlug sich natürlich auch bei allen Betrieben und Institutionen nieder, bei denen das Sommergeschäft das wichtigste ist.

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NOEN, Hans Kopitz
So gab es im Aquapark, der am vergangenen Sonntag wieder für ein Jahr seine Pforten schloss, statt 55.000 Gästen wie im Vorjahr heuer nur 29.100, das ist ein Minus von rund 47 Prozent. „Von den 129 Badetagen war der Aquapark heuer witterungsbedingt nur 90 Tage geöffnet“, berichtet Bade-Verantwortlicher Johannes Kiesl.

Ähnliche Zahlen werden auch aus Krems oder St. Pölten gemeldet. In Wien betrug der Rückgang rund 40 Prozent, das sind in absoluten Zahlen 1,14 Millionen weniger Badegäste als im Vorjahr.

„Der Sommer war eine einzige Katastrophe“

Im Aquapark könnnen noch diese und kommende Woche, wo Großreinemachen angesagt ist, die Dauerkabinen geleert werden.

„Der Sommer war eine einzige Katastrophe“, bestätigt auch Albert Yaldiz vom Café La Strada, der mit seinem Bruder Robert auch das Bade-Buffet betreibt. „Das Geschäft im Bad konnte man heuer getrost vergessen. Im Café hat es uns nicht so getroffen, denn unser Garten ist überdacht. Wenn das Wetter nicht so passte, dann machten wir eben das Dach zu.“

Positive Wirkung auf Thermen und Verkehrsunfälle

„Das Geschäft im Eissalon am Rathausplatz war heuer wirklich nicht optimal - besonders im August“, bilanziert Gastronomin Eveline Bertl. In der Schirmbar am Rathausplatz spürte man es nicht so stark, aber doch. „Wer geht abends schon gerne weg, wenn es regnet? Da macht man es sich lieber zu Hause gemütlich“, so Bertl.

Auch wenn es jetzt im Herbst etwas schöner werden sollte - das miese Sommergeschäft ist mit Sicherheit nicht mehr aufzuholen.

Wo viel Schatten, da ist auch Licht: Die Thermen verbuchten sommerliche Rekord-Auslastung, die Zahl der tödlichen Unfälle ging in den Sommermonaten aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens zurück.