Psychisch Kranke löste Großeinsatz aus. Frau behauptete, ihr Gatte habe sie mit einem Gewehr bedroht. „Kein Wort stimmt“, heißt es dazu seitens der Polizei.

Von Alex Erber. Erstellt am 30. April 2019 (12:44)
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Polizei in Großrust: Die Exekutive suchte mit einem Großaufgebot nach Frau und Mann.

Riesige Aufregung herrschte am Sonntag-Vormittag beim Kirtag in Großrust. Dorthin hatte sich eine Frau aus Noppendorf „geflüchtet“, die völlig außer sich behauptete, ihr Gatte habe sie und ihre Kinder mit einem Gewehr bedroht. Unterschlupf und „Sicherheit“ fand sie dann bei einer Freundin in einem Einfamilienhaus in Großrust.

NÖN
In Noppendorf bei Wölbling nahm das vermeintliche Familiendrama seinen Ausgang.

In der Folge rückte ein Großaufgebot der Exekutive aus, einerseits, um die Frau zu befragen, andererseits, um nach dem Mann zu fahnden, den man zunächst als geflüchtet wähnte. Sogar eine polizeiliche Sondereinheit war zur Stelle, weil befürchtet worden ist, dass der Gesuchte bewaffnet ist.

Frau befindet sich in der Nervenklinik

Wie sich bei den peniblen Erhebungen der Polizei sukzessive herauskristallisierte, entsprachen die Angaben der Frau nicht der Realität: „Kein einziges Wort stimmt“, erklärt ein Sprecher der Landespolizeidirektion. Und nach dem „Verdächtigen“ habe schließlich gar nicht gefahndet werden müssen, da er sich im eigenen Haus aufhielt.

Grund für den riesigen Polizei-Einsatz (samt Sanitätern der Rettung und Notarzt) dürfte eine extreme psychische Ausnahmesituation gewesen sein, in der sich die Gattin befand. Sie wurde umgehend in die Landesnervenklinik Mauer-Öhling eingeliefert, wo sie sich nach wie vor befindet. „Der Mann ist völlig schuldlos, es wurde daher nicht einmal ein Betretungsverbot für das Haus ausgesprochen“, heißt es seitens der Polizei.