Photovoltaik-Anlage muss warten. Jungfamilie möchte Anlage in einem ehemaligen Weingarten errichten. Für diesesVorhaben gibt es zwar grundsätzlich Zustimmung, bisher aber nicht erforderliche Umwidmung.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 04. März 2021 (04:08)
Familie Karner möchte gerne auf dem Grundstück, das inmitten von Weinbergen liegt, eine Photovoltaik-Anlage errichten. Dafür ist eine Umwidmung notwendig, die allerdings auf sich warten lässt.
Thomas Heumesser

Eigentlich stieß die Idee von Familie Karner aus Ambach, eine Photovoltaik-Anlage in einem ehemaligen Weingarten zu errichten, laut eigenen Angaben in der Gemeinde auf Zustimmung. Dafür hätte jetzt das Grundstück von Grünland auf Grünland-Photovoltaik umgewidmet werden müssen. Doch jetzt die böse Überraschung: In nächster Zeit wird es keine Umwidmung geben, die Errichtung der Photovoltaik-Anlage rückt in weite Ferne. Familie Karner ist ratlos.

Bürgermeisterin Gorenzel betont, dass die Umwidmung noch nicht behandelt wurde.
NOEN

„Wir haben vor einem Jahr mit der Planung begonnen. Dabei waren wir laufend mit Bürgermeisterin Karin Gorenzel und der EVN in Kontakt. Die Resonanz war immer positiv. Der Eindruck, dass die Umwidmung genehmigt werden würde, war von Seiten der Bürgermeisterin da“, erzählt die Jungfamilie gegenüber der NÖN. SPÖ-Bürgermeisterin Karin Gorenzel erklärt, dass die Umwidmung grundsätzlich nicht abgelehnt, sondern einfach noch nicht behandelt wurde.

„Wir haben vor einem Jahr mit der Planung begonnen. Dabei waren wir laufend mit Bürgermeisterin Karin Gorenzel und der EVN in Kontakt. Die Resonanz war immer positiv"

„Grundsätzlich müssen alle Anlagen über 50 kWp gewidmet werden. Wir streben als Gemeinde deshalb an, gemeinsam mit einem Raumplaner diesbezüglich eine Erhebung für Wölbling zu machen. Dazu zählt auch die Frage, wo man sich eine solche Anlage vorstellen könnte. Das braucht Vorlaufzeit und kann nicht von heute auf morgen beschlossen werden“, erklärt die Bürgermeisterin.

Gorenzel betont zudem, dass der Sinn von landwirtschaftlicher Fläche jener ist, diese auch für genau diesen Zweck zu nutzen. Grundsätzlich sei der Platz aber kein schlechter, um eine Photovoltaik-Anlage aufzustellen. „Er liegt nur inmitten von Weingärten und Wölbling ist eine Weinortschaft beziehungsweise -gemeinde. Das gilt es abzuwiegen“, sagt die Ortschefin.

Ausweichmöglichkeiten wurden diskutiert

Vor rund zwei Wochen gab es zwischen Gemeindevertretern und der Familie ein Gespräch. „Wir haben vor Ort das ganze Prozedere besprochen“, erklärt Gorenzel. Dabei wurde auch diskutiert, wie man ausweichen könne. „Wenn auf dem Grundstück zwei Anlagen installiert werden, die kleiner als 50 kWp sind und eine Entfernung von 200 Metern aufweisen, braucht es keine Umwidmung. Hier müsste man aber zunächst kleiner anfangen, bis die Umwidmung schließlich durch ist“, meint die Wölblinger Bürgermeisterin.

Problematisch sei derzeit auch der Widerstand der Nachbarn. Im Herbst gab es Gespräche mit der EVN wegen einer neuen Trafostation. „Die EVN ist mit dem Vorschlag an uns herangetreten, den Standort des Trafos direkt bei der neuen Anlage zu wählen“, erzählt die junge Mutter.

Allerdings regte sich Widerstand von den benachbarten Weinbauern. „Sie haben Angst, dass ihre Spritzmittel unsere Module beschädigen“, schildert die Familie und erzählt weiter: „Ihr Wunsch wäre daraufhin gewesen, dass wir unterschreiben, dass sie im Falle eines Schadens nicht haftbar wären. Darauf haben wir uns aber nicht eingelassen, weil für genau solche Fälle jeder Landwirt versichert ist.“

Außerdem vermisse die junge Familie die allgemeine Aufklärung. „Klimaziele bis 2030 – 100 Prozent erneuerbare Energie in Österreich, wie soll das auf diese Weise jemals erreicht werden?“