Erstellt am 01. Juli 2015, 03:16

von Alex Erber

Wirbel um Bettelbrief. SP-Obmann Josef Thoma wandte sich mit irritierendem Schreiben an Firmen, die für Seifenkistenrennen der Kindergruppe "Valerie" gespendet haben: "Ihr seid nicht neutral."

Josef Thoma (SP)  |  NOEN, NÖN
Das schlägt dem Fass den Boden aus! Der NÖN ist anonym ein Schreiben zugespielt worden, das SP-Parteiobmann Gemeinderat Josef Thoma verfasst hat. Adressaten waren Unternehmer.

Die Vorgeschichte: Vor einigen Wochen hat die Kindergruppe „Valerie“ ihr mittlerweile traditionelles Seifenkistenrennen veranstaltet. Und zwar an dem Tag, an dem auch die „Gemeindeolympiade“ der VP in Szene ging. Eine gewisse Nähe der Veranstaltungen ist nicht abzustreiten, formal handelt es sich jedoch um zwei getrennte Events.

Beim Seifenkistenrennen wurde auch der Sozialdemokrat gesichtet. Er hatte eine Fotokamera dabei. Im Vordergrund standen dabei aber nicht Kinder und ihre Geräte, sondern die Transparente jener Unternehmen, die die Veranstaltung finanziell unterstützt haben.

Unterstützer für Familienfest gesucht

Nun bereitet auch die SP eine Veranstaltung vor. Am Samstag, 19. September, soll im Feuerwehrhaus Großrust-Merking beziehungsweise am Sportplatz Großrust ein Familienfest samt Sicherheitsnachmittag (13 bis 17 Uhr) über die Bühne gehen.

Dafür benötigt die SP Unterstützung. Und formulierte eine Art Bettelbrief an vier Unternehmen: „Nachdem Sie am 7. Juni die Partei Obritzberg-Rust-Hain unterstützten, freut sich die SP Team Zukunft über Ihre Unterstützung bei unserem Familienfest mit Sicherheitsnachmittag“, heißt es da wortwörtlich.

„Geht‘s bei Euch überhaupt noch,
seid Ihr schon komplett durchgeknallt?“

Und: „Das Seifenkistl-Rennen in Großrust findet im Zuge der Gemeindeolympiade statt. Ankündigung mit VP-Logo rechts unten: Daher sind diese Firmen nicht mehr neutral, außer sie bekennen sich zur VP Obritzberg-Rust-Hain.“

Nachdem er die Mails verschickt habe, seien die Firmen von ihm kontaktiert worden: „Einige Unternehmen haben Unterstützung zugesagt.“ Bei anderen fallen die Reaktionen gänzlich anders aus: „Geht‘s bei Euch überhaupt noch, seid Ihr schon komplett durchgeknallt?“ Denn die Firmenchefs wollen sich nicht in Geiselhaft nehmen lassen und sich von Thoma nicht vorschreiben lassen, an wen und aus welchem Grund sie spenden. Thoma kann keinen Grund zur Kritik erkennen: „Ich freue mich, dass es das interne Schreiben an die Firmen über Wien (Poststempel) in die NÖN-Redaktion geschafft hat.“