Riesenwirbel um bunten Schutzweg in Traismauer

Erstellt am 10. August 2022 | 10:15
Lesezeit: 3 Min
NUR REDAKTIONELLE Nutzung Regenbogen-Zebrastreifen Schutzweg Symbolbild PrideMonth
Symbolbild 
Foto: Roy Hinchliffe/Shutterstock.com
SPÖ-Bürgermeister: „Steht für Toleranz und Vielfalt.“ FPÖ NÖ: „Gefährdet die Verkehrssicherheit.“
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Die Meldung, die SPÖ-Bürgermeister Herbert Pfeffer in einem sozialen Netzwerk verkündete, hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet: Traismauer soll in Kürze einen bunten Zebrastreifen oder Regenbogen-Schutzweg erhalten.

Dem Steuerzahler kostet das Ganze nichts: Gesponsert wird die Aktion von einem Unternehmen aus der Nachbargemeinde, der Firma Mapei aus Fräuleinmühle bei Nussdorf. Ihre Arbeiter werden auch für das Aufbringen des Regenbogens sorgen.

„Dieses Minderheitsthema geht an der Lebensrealität der Bevölkerung vorbei"  FPÖ NÖ-Landesparteisekretär Andreas Bors

Rund um den Schutzweg kam es zu einer leidenschaftlichen Debatte, zu den Befürwortern zählten beispielsweise Travestie-Künstler Sascha Rier und Marcel Kaiser aus Herzogenburg, der im Vorjahr bei einer Show des Staatsrundfunks zu sehen war.

Die Zahl der Gegner ist allerdings auch erklecklich. Seit Kurzem gibt es eine politische Reaktion, und zwar von der FPÖ NÖ-Landesparteisekretär Andreas Bors: „Dieses Minderheitsthema geht an der Lebensrealität der Bevölkerung vorbei und gefährdet die Sicherheit der Fußgänger. Es ist der SPÖ offensichtlich wichtiger als die wahren Probleme unserer Landesleute. Die Menschen fragen sich, wie sie ihre Strom- und Tankrechnungen zahlen sollen“, ärgert sich Bors.

„In der heutigen Zeit ist Akzeptanz offenbar noch immer nicht selbstverständlich.“  Bürgermeister Pfeffer

Er hält bezüglich Verkehrssicherheit fest: „Die Regenbogen-Färbung würde das übliche Bild eines Schutzweges beeinträchtigen und kann die Sicherheit der Fußgänger nicht gewährleisten. Werden die Zwischenfelder mit verschiedenen, Farben, also etwa den Regenbogenfarben ausgeführt, könne nicht sichergestellt werden, dass das übliche Markierungsbild leicht beziehungsweise überhaupt erkannt wird. Darum sind auch die Experten des NÖ-Straßendienstes der Meinung, dass die Einfärbungen aus Sicherheitsgründen abzulehnen sind. Aus diesen Gründen gehört der Regenbogen-Zebrastreifen verhindert.“

„Kommt nicht infrage“, sagt Bürgermeister Herbert Pfeffer. „Traismauer ist ein Ort der Vielfalt in vielerlei Hinsicht. Hier wohnen viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, Menschen mit den unterschiedlichsten Interessen, Werten, Einstellungen und Wünschen. In der heutigen Zeit ist Akzeptanz offenbar noch immer nicht selbstverständlich. Fakt ist: Die Regenbogenfarben stehen für Toleranz, Vielfalt und Akzeptanz. Und das bezieht sich nicht nur auf die sexuelle Orientierung, sondern auf alle Bereiche des Zusammenlebens. Schön, wenn eine Stadt sich deutlich dazu bekennt, dass Ignoranz und Anfeindungen keinen Platz haben.“

Um Störaktionen im Vorfeld zu vermeiden, hat man sich dazu entschieden, den genauen Standort nicht bekannt zu geben. Der bunte Schutzweg wird mit Sicherheit nicht an einem Landesstraßen-Übergang platziert: „Es wird mit Sicherheit aber ein prominenter Platz sein“, so Stadtchef Pfeffer.

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