Herzogenburg fordert eine moderne Bahn. Mandatare wollen rasche Umsetzung angekündigter Maßnahmen: Zweigleisigkeit, Elektrifizierung und Lärmschutz.

Von Alex Erber. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:34)
Ein Triebwagen der Marke Altertum verkehrt zwischen St. Pölten und Krems; eine moderne Bahn sieht ganz anders aus.
Hans Kopitz, Hans Kopitz

Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig Resolution verabschiedet, die darauf abzielt, den öffentlichen Verkehr im NÖ Zentralraum zu stärken.

Konkret geht es um den Bahnverkehr, wie es in der Begründung für die Resolution veranschaulicht wird. Die Stadtgemeinde sehe die Notwendigkeit einer Beschleunigung und klaren Perspektive für die Modernisierung sowie den streckenweise zweigleisigen Ausbau der Strecke St. Pölten – Herzogenburg – Krems als wirtschaftlich und ökologisch zukunftsträchtige Nord-Süd-Achse im Zentralraum.

SPÖ-Bürgermeister Christoph Artner stellvertretend für die Mandatare: „Für die Bevölkerung der Gemeinden entlang der am 16. Juli 1889 eröffneten Linie Herzogenburg - Krems stellt die Bahn einen essenziellen Bestandteil ihrer Mobilität und damit ihrer Lebensqualität dar, weshalb diese Maßnahmen auf der bestehenden Streckenführung und unter Erhaltung aller Bahnhöfe und Haltestellen zu erfolgen haben.“

„Für die Bevölkerung der Gemeinden entlang der am 16. Juli 1889 eröffneten Linie Herzogenburg - Krems stellt die Bahn einen essenziellen Bestandteil ihrer Mobilität und damit ihrer Lebensqualität dar"

Um den Bahnverkehr weiter zu attraktiveren und als gleichwertige, ökologische Alternative zum Verkehr auf der Straße zu stärken, bedürfe es der Verdichtung, Beschleunigung, Elektrifizierung und laufender Modernisierung der Streckennetze sowie den Einsatz von bereits vorgestelltem, modernen Wagenmaterial auf sämtlichen Linien. In diesem Zusammenhang begrüßt der Gemeinderat auch die Ankündigungen der Bundesregierung, ein österreichweit einheitliches und leistbares Tarifsystem zu etablieren.

Besonders der Anrainerschutz für die lärmgeplagte Herzogenburger Bevölkerung liegt dem Gemeinderat am Herzen: „Eine Modernisierung der Bahnstrecken und des Wagenmaterials entspricht diesem Wunsch und würde eine Lärmentlastung bringen. Daneben sind selbstverständlich auch die laufenden Bemühungen zur Auflassung der unbeschrankten Bahnübersetzungen im Gemeindegebiet fortzusetzen“, forderte Bürgermeister Artner.

Zweigleisiger Ausbau, Elektrifizierung, Lärmschutz? „Ja, es stimmt, in dieser Resolution und der Begründung befindet sich nichts Neues. Wir wollen, dass schon geplante Maßnahmen umgesetzt werden“, erläuterte der Stadtchef.

Auch 1-2-3-Ticket bekam Platz in der Resolution

Was er nicht sagte, aber meinte: Es geht darum, dass, Stichwort Elektrifizierung, immer wieder angekündigte Maßnahmen nicht wieder in den Laden eines Ministeriums verstauben.

Auf Initiative von Grün-Gemeinderat Florian Motlik ist die Forderung nach einer preislich attraktiveren Gestaltung präzisiert worden. Das 1-2-3-Ticket soll endlich auch in der Ostregion zur Umsetzung gelangen. Hier steht das Land NÖ hartnäckig auf der Bremse, gebetsmühlenartig argumentiert wird mit der Kostenfrage, die nicht geklärt sei.

Zum Thema Lärmentlastung bemerkte Mobilitätsstadträtin Daniela Trauninger, dass hier die Erwartungen nicht allzu hoch geschraubt werden sollten, zumal das Wagenmaterial im Güterverkehr vielfach gar nicht aus Österreich stamme. Florian Motlik pflichtete bei, stellte aber fest, dass vor allem die Signalgebung für die Anrainer ein großes Thema sei.

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