Corona-Tests jetzt beim Hausarzt in Herzogenburg. Ab November bittet Bernard Harb in einen Container. Die Alternative wäre gewesen, alle Patienten mit Symptomen wie Fieber oder Husten erst nach Sprechstunde zu behandeln.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 14. Oktober 2020 (04:37)
Symbolbild
APA (dpa)

Zwei Container stehen seit der Vorwoche im Garten der Ordination von Bernhard Harb in der Propst- Clemens-Moritz-Straße – und ab November herrscht dort auch Betrieb.

„Wir haben uns entschlossen, die beiden Container – mit Unterstützung der Gemeinde – vorerst für sechs Monate zu mieten, um dort während der Ordinationszeiten in getrennten Räumen für die Behandlung von Infektpatienten und damit verbunden auch für Corona-Abstrichtests zur Verfügung zu stehen“, so der Arzt.

„Die Container- Lösung ist ein gangbarer Weg, um die anderen Patienten nicht zu gefährden.“ Mediziner Bernhard Harb

Die Alternative wäre gewesen, sämtliche Patienten mit Infektsymptomen wie Husten oder Fieber zum Schutz aller anderen Patienten nach der regulären Sprechstunde zu behandeln. Da Harb aber bereits jetzt seine Patiententermine auf etwa 36 Stunden pro Woche verteilt, wäre dies nur durch Verkürzung sonstiger Leistungen wie Visiten möglich gewesen, was keine Option für ihn ist.

Container wird von Straße aus betreten

Bernhard Harb: „Verkürzung sonstigerLeistungen war keine Option.“
NOEN

„Natürlich ist es ein Mehraufwand, aber da besonders jetzt, während der Erkältungszeit, viele Patienten in die Ordination kommen, bei denen man nicht weiß, ob es sich um einen einfachen grippalen Infekt handelt oder doch um den Corona-Virus ist es ein gangbarer Weg, um die anderen Patienten nicht zu gefährden“, erklärt der Mediziner.

Den Container betritt man von der Straße aus. Der Test wird von einer ausgebildeten Assistentin durchgeführt und zeigt in wenigen Minuten, ob der Patient eventuell corona-infiziert ist oder nicht. „Das ist dann gemeinsam mit anderen Untersuchungen der Ausgangspunkt für die weitere Behandlung“, erläutert Harb, der damit einen zweiten Lockdown wenig Chancen geben will. „Man lernt ja im Laufe der Zeit, mit Krankheiten umzugehen und wir hatten sechs Monate Zeit, uns darauf vorzubereiten. Wer es bis jetzt nicht gemacht hat, hat seinen Beruf verfehlt.“

Neben der Tätigkeit in seiner Praxis ist Harb vor allem als leidenschaftlicher Notarzt, etwa für das Rote Kreuz – tätig, wobei er bereits früher als Techniker und als Sanitäter gearbeitet hat. Diese Tätigkeiten führten ihn auch 2008 nach Haiti, um nach einem katastrophalen Hurrikan die brachliegende technische Infrastruktur wieder herzustellen. Heute verbringt er seine karge Freizeit am liebsten mit seinen beiden Töchtern und seiner Gattin, die auch in Ordination antreffen ist.

Außerdem hat sich der Arzt vor wenigen Jahren einen Traum erfüllt und fliegt selbst als Pilot mit kleinen, einmotorigen Flugzeugen.