Haft für Jugendbande rund um Herzogenburger Rädelsführer

Raub, Körperverletzung, Einbrüche und Diebstähle: Der Rädelsführer (16) stammt aus Herzogenburg.

Erstellt am 11. November 2021 | 04:14
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Mit Böller wurde Anfang Jänner des Jahres die Haltestelle Herzogenburg-Wielandsthal demoliert. Der Täter gehört einer Jugendbande an, die ausgeforscht wurde. Beim Prozess kassierten die Angeklagten trotz ihrer Jugend bereits teilbedingte Haftstrafen.
Foto: Hans Kopitz

Fünf amtsbekannte Jugendliche aus Herzogenburg, Walpersdorf und St. Pölten mussten sich für Raub, Einbruch und schwere Körperverletzungen vor Gericht verantworten. Die teilweise vorbestraften Angeklagten zeigten sich geständig, es setzte teilbedingte Haftstrafen von bis zu 21 Monaten.

Vor Gericht gelacht & auch sonst kaum Reue gezeigt

In mehren Fällen mit wechselnder Beteiligung schlug die Bande Menschen gewaltsam mit Faustschlägen und Tritten nieder. Anschließend nahmen sie ihnen Wertgestände oder einfach nur die Kappe mit, um Macht zu demonstrieren.

Als eines der Opfer den Vorfall schilderte, lachte der 16-jährige Herzogenburger Sonderschüler und zeigte auch sonst kaum Reue.

Zur Anklage gehörten neben Einbrüchen ins Elektronikgeschäft Hartlauer am St. Pöltner Riemerplatz, in die Seedose und den Hendlkönig auch die Beschädigung der Bahnhaltestelle Wielandsthal, die der Herzogenburger mit einem gebastelten Böller verübt hatte.

„Der gehörte gar nicht mir, ich habe ihn doch nur angezündet. Warum soll ich daran schuld sein?“, war die Erklärung des Rädelsführers gegenüber der Richterin und betonte, für den Schaden über 2.000 Euro lieber ins Gefängnis zu gehen. Bisher kamen immer seine Eltern für die Strafen auf.

Auch in Wien waren die Angeklagten aktiv. In der U-Bahn schlugen drei der Jugendlichen einen Passanten nieder: „Er hat so blöd geschaut!“

Ein anderer Bursche schlug die Sprechluke der Wiener Linien ein und spuckte die Bahnbeamten an. Er könne sich aber nicht erinnern, da er eine Alkoholvergiftung hatte.

„Jugendliche agierten mit enormer Brutalität“

Da vier der Angeklagten weitestgehend geständig, aber wenig reumütig waren, entschied die Richterin auf teilbedingte Haft. Eine Jugendliche (16) erhielt Bewährung.

„Die Jugendlichen agierten bei den Vorfällen mit enormer Brutalität und wurden innerhalb weniger Monate rückfällig“, begründete die Richterin ihren Entscheid.

Die Urteile sind bereits rechtskräftig.