Welle der Hilfsbereitschaft in Region Herzogenburg. Solidarität in Zeiten des Coronavirus: Junge Menschen unterstützen ältere Generation bei Einkäufen oder Erledigungen in der Apotheke. In Perschling sind auch die Feuerwehren an Bord. „We move“ hilft in Wölbling.

Von Alex Erber. Erstellt am 17. März 2020 (05:43)
In Herzogenburg gibt es nach wie vor die Aktion „Essen auf Rädern“. Stadtrat Martin Hinteregger (Bild) und seine Kollegen waren in Schutzmontur unterwegs.
privat

Zusammenhalt ist kein Schlagwort, sondern wird in der Corona-Krise gelebt wie selten zuvor.

Dieter Pöhlmann hat als Obmann des Herzogenburger Seniorenbundes per Facebook junge Menschen gesucht, die bereit sind, für ältere Menschen einkaufen zu gehen. Die direkten Kontakte sollen so gering wie möglich sein - also Geld im Briefumschlag holen, die Einkaufsliste per Telefon oder in natura bekommen, den Einkauf und das Rückgeld vor die Tür legen, per Telefon informieren und gehen.

„Vielleicht werdet ihr nie um diese Dienstleistung gebeten, es wäre nur gut, zu wissen, wer dazu bereit wäre. Ich hoffe nur, es werden sich einige melden, bedanke mich jetzt schon im Voraus. Ich bin sicher, die Bereitschaft von euch wird Leben retten“, schrieb er. Das Projekt läuft unter dem Titel „Jung für Alt“, innerhalb kürzester Zeit befanden sich schon zehn Personen im Pool. Kontakt: 0676/5311911.

In Traismauer appelliert Bürgermeister Herbert Pfeffer unter dem Motto „Hilfe mit Sicherheitsabstand - Nachbarschaftshilfe“, sich bei der Stadtgemeinde zu melden, wenn man Hilfestellung für Besorgungen (Apotheken, Lebensmittel) für Risikogruppen, welche alleinstehend leben und nicht über Familienmitglieder versorgt werden können, übernehmen möchte. Ebenso gesucht sind Personen, die freiwillig Kinderbetreuung durchführen.

Zusammenarbeit mit Nahversorger

Das Stadtamt der Stadtgemeinde Traismauer ist wie bisher unter 02783/8651 zu folgenden Zeiten erreichbar: Montag, Donnerstag und Freitag von 8 bis 12 Uhr, Dienstag von 8 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr, Mittwoch von 8 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr.

Kontakt ist auch per E-Mail möglich: stadtgemeinde@traismauer.at.

In Perschling hat sich Bürgermeister Reinhard Breitner mit folgenden Worten an die Feuerwehrkommandanten gewandt: „Wir haben knapp über 200 Personen in unserer Gemeinde, die über 70 Jahre alt sind. Die meisten davon sind fit und auch mobil. In der nächsten Zeit könnte es sein, dass manche ihren Einkauf selbst nicht mehr machen, können, dürfen oder wollen. Viele haben natürlich Kinder, Verwandtschaft, die das erledigen werden. Aber ein kleiner Teil bleibt vielleicht über. Zum Punkt: Ich habe mit dem Nahversorger ,Land lebt auf‘ vereinbart, dass ältere Menschen telefonisch Lebensmittel bei ihm zwei bis drei Mal pro Woche bestellen können. Die Gemeindearbeiter werden diese Bestellungen zustellen. Ich glaube, dass wir das auch zeitlich schaffen werden. Sollte aber Not am Mann sein, könnt ich dann auf eure Institution zurückgreifen, um etwa Besorgungen in der Apotheke zu machen?“ Kaum ausgeschickt, erhielt der Ortschef schon Unterstützung.

Betreuungsservice für Risikogruppen

In Wölbling bietet der Fahrdienst „We move“ ein Betreuungsservice für Risikogruppen an (auch für Nicht-Mitglieder). Lieferungen werden jeden Samstag von 8 bis 14 Uhr vom Unimarkt direkt nach Hause zugestellt (Gemeindegebiet Wölbling). Die Kontaktaufnahme kann bei Peter Hießberger unter 0664/4087737 erfolgen.

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