Duo trug neue Vespa davon. Unbekannte wurden bei Tat vor Haus gefilmt. Lob und Kritik gibt es für die Arbeit der Polizei.

Von Thomas Werth. Update am 08. Oktober 2019 (14:27)
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Mit vereinten Kräften trugen zwei Männer eine neue Vespa weg – und wurden dabei gefilmt. privat

Rund 45 Minuten benötigte ein Duo in der Nacht des 26. Septembers, um eine neue, vor einem Haus abgestellte Vespa 125 zu stehlen. Die beiden unternahmen mehrere Versuche. Zunächst schoben sie einen Anhänger zur Seite, scheiterten dann aber immer wieder dabei, den Motorroller wegzuschaffen. Erst gegen 1 Uhr klappte es, mit vereinten Kräften trugen sie die Vespa davon.

Warum das so gut dokumentiert werden kann, liegt daran, dass der Besitzer eine Überwachungskamera montiert hat. Diese hat die Tat von der ersten Minute an aufgezeichnet. „Man sieht gut die Seelenruhe der beiden, sie schauen sogar gemütlich in die Kamera“, berichtet der Besitzer, der von einem Schaden in der Höhe von 4.500 Euro spricht. „Ich hatte die Vespa erst vor vier Wochen bekommen.“

Nicht zufrieden mit den Ermittlungen

Als der Besitzer vom Diebstahl mitbekommen hatte, rief er die Polizei. Und für deren Arbeit hat er Lob, aber auch Kritik übrig. Lob gibt es für das Engagement am Tatort und die Freundlichkeit der Exekutivbeamten.

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Mit vereinten Kräften trugen zwei Männer eine neue Vespa weg – und wurden dabei gefilmt. 

Verärgert hat den Besitzer hingegen das Equipment der Polizei, denen er eine CD mit den Aufnahmen der Überwachungskamera mitgab. „Sie kamen am Abend noch einmal zu uns, um sich das Band anzuhören. Sie haben nämlich keine funktionierenden Boxen auf der Dienststelle“, erzählt der Bestohlene. Außerdem sei für die Aussage auf der Polizeiinspektion Herzogenburg kaum Zeit gewesen.

„Andere Bürger standen Schlange, ständig läutete das Telefon. Das muss alles ein Polizist machen, die anderen waren im Außeneinsatz. Dass da niemand ermitteln kann, liegt auf der Hand“, erzählt der Kapellner. Bezirkspolizeikommandant Gerhard Pichler bestätigt zwar die Probleme mit den Boxen, erklärt dazu aber: „Die Kollegen mussten ohnehin noch einmal zum Tatort fahren. Da sie nicht wussten, ob das Problem an der Tonspur oder an den Boxen lag, nahmen sie die CD wieder mit und baten gleich den Besitzer, sie abzuspielen.“ Nachsatz: „Wir haben natürlich rasch Ersatz für die Boxen gehabt.“

Zum Vorwurf des Personalmangels erklärt Pichler, dass gerade die Herzogenburger Dienststelle gut besetzt sei: „Aber natürlich gibt es Spitzenzeiten, zu denen viele Bürger da sind. Dann müssen die Fälle nach einer Prioritäten-Reihung abgearbeitet werden.“