Trio fasste Gefängnis aus. Emsig ließen drei Polen in Häfen entlang der Donau Außenbordmotoren mitgehen. In Stollhofen brachen sie einen Container auf. Sechs Monate müssen sie nun absitzen.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 20. September 2017 (12:41)
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Symbolbild

An der Donau entlang trieben drei Polen von 15. Oktober 2016 bis 17. Dezember 2016 ihr Unwesen. In Häfen in Tulln, Traismauer und Krems sowie in Wallsee und Mutterkirchen/Perg suchten sie nach hochpreisiger Beute und stahlen von abgestellten Booten 14 Außenbordmotoren. Bei fünf Booten scheiterten sie. In St. Pölten wird dem Trio nun der Prozess gemacht.

Laut Staatsanwaltschaft hatten es die Kriminellen aber nicht nur auf die Motoren abgesehen. Einen Container sollen sie in Stollhofen aufgebrochen habe und dort Elektrowerkzeug, eine Spielzeugeisenbahn, Schiffsschrauben, Scheinwerfer und einen Kühlschrank eingesackt haben. 45.000 Euro Schaden sollen die Polen insgesamt verursacht haben.

„Glauben Sie wirklich, dass für Sie alle Türen offen stehen und die Motoren nur so herumliegen?“ Richterin fragt Angeklagte, die Einbruch vehement leugnen.

Weil einer der Angeklagten bei einem Diebstahl auch eine Küchenrolle mitgehen ließ und diese bei der Verrichtung der Notdurft verwendete, konnten Ermittler DNA-Spuren sichern. Zwei in Wien lebende Polen - ein 26-jähriger Müllmann und ein 33-jähriger Hilfsarbeiter - wurden dann geschnappt. Für sie klickten im Mai die Handschellen. Der Dritte im Bunde - ein 43-jähriger Altreifenhändler - wurde aufgrund eines EU-Haftbefehls in Polen dingfest gemacht. Im Juni wurde er nach Österreich ausgeliefert.

Einbruch wurde abgestritten

Im Prozess geben die Polen Diebstahl zu, Einbruch streiten sie vehement ab. „Einer von uns hatte eine Zange mit, aber die war nicht zum Einbrechen“, will einer weismachen. „Ich habe nicht gewusst, dass das, was wir gemacht haben Einbrüche sind. Für mich waren es nur Diebstähle. Einbrechen wollte ich gar nicht und die Motoren waren alle ohne Hindernisse zu erreichen“, erzählt ein anderer. Und der Dritte sagt: „Ich bin nur Schmiere gestanden.“

Ob dieser Verantwortungen wettert die Richterin. „Glauben Sie wirklich, dass für Sie alle Türen offen stehen und die Motoren nur so herumliegen?“

Die Richterin spricht alle drei Angeklagten wegen schweren gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls schuldig und verhängt über die bislang Unbescholtenen je 18 Monate teilbedingte Strafe. Sechs Monate davon müssen die Polen im Gefängnis verbüßen (rechtskräftig).