Nach Rodung in Kapelln: „Das war Baum-Mord“. Schwarzföhre, Birke und Eiche hinter Kriegerdenkmal sind gefällt worden. Es herrscht Empörung. Pfarrer: „Sie waren Belastung.“

Von Alex Erber. Erstellt am 08. Mai 2019 (02:49)
Christian Gölss
Wo einst die Bäume thronten, herrscht nun Leere. Der Platz hinter dem Kriegerdenkmal ist verwaist.

Wütend, zornig und traurig ist Bernhard Schicklgruber aus Rassing, wenn er sonntags am Weg in die Kirche am Kriegerdenkmal vorbeigeht und gähnende Leere herrscht. Der Grund ist leicht erklärt: Hinter dem Kriegerdenkmal standen seit etwa 50 Jahren drei Bäume, eine Schwarzföhre, eine Birke und eine Eiche.

„Im Februar dieses Jahres wurden sie plötzlich gefällt“, berichtet er. Und weil er dafür keine Begründung erhielt, stellt er vier Fragen: „Waren die Bäume krank und so vielleicht eine Gefahr für die Bevölkerung?“ „Waren sie jemandem im Weg?“ „Verursachten sie vielleicht zuviel Arbeit?“ „Gibt es eine Ersatzpflanzung?“ Für Schicklgruber steht fest: „Das war Baum-Mord.“

„Das war Baum-Mord“

Die NÖN kontaktierte VP-Bürgermeister Alois Vogl, der die Zuständigkeit feststellte: „Die Bäume befanden sich auf einem Grundstück, das der Pfarre gehört. Die Gemeinde hat damit nichts zu tun. Ich persönlich habe mich aber auch gewundert, dass die Bäume gefällt wurden.“

Pfarrer Provisor Gottfried Auer hält fest, dass die Pflege der Bäume zunehmend aufwendiger geworden sein, außerdem seien immer wieder Äste auf den Kirchturm gepurzelt: „Sie waren wirklich eine große Belastung.“

„Bäume waren wirklich eine große Belastung“

Zur Rodung sind Experten hinzugezogen worden, an eine Ersatzpflanzung denkt man nicht im Entferntesten: „Dann hätten wir über kurz oder lang das gleiche Problem. Es werden aber Hecken gepflanzt, damit der Platz rund um das Kriegerdenkmal wieder etwas grüner wird“, betont Auer.