Glasfirma kann in Ossarn erweitern. Der Ausbau wird kleiner als ursprünglich geplant. FP bleibt bei ihrer Kritik, VP warnt vor Abwanderung, wenn man Expansionspläne von Unternehmen nicht unterstützt.

Von Alex Erber. Erstellt am 11. September 2020 (03:45)
Vehemente Kritiker des Ausbauprojekts: Stadtrat Martin Hinteregger und seine Tochter, Gemeinderätin Viktoria Hinteregger.
Kopitz

Der Gemeinderat hat per Umwidmung des Areals den Weg zur Erweiterung der Firma Kurt Mayer Verpackungsglas freigemacht. SP, VP und Grüne fassten den entsprechenden Beschluss, die FP war dagegen und sieht das Vorhaben bis heute kritisch.

Nach einem 15-seitigen Gutachten des Raumplaners Herbert Schedlmayer konzentriert sich der Ausbau nun nur noch auf den nördlichen Bereich, ursprünglich war auch eine Erweiterung Richtung Süden und Osten geplant. Es wird auch keine Zufahrt von der Landesstraße her geben.

Die FP befürchtet einerseits eine Verkehrslawine, andererseits ungehemmten Schotterabbau und Bodenversiegelung. „Wir waren von Beginn an gegen dieses Monsterprojekt“, unterstreicht Stadtrat Martin Hinteregger.

„Keine Prügel vor die Füße werfen“

Gemeinderat Horst Egger von den Grünen betonte, dass eine Belastung gegeben sei, wo immer auch etwas gebaut werde. „Und dieses Projekt wird zweifellos eine Belastung bringen, daher bin ich auch für Ausgleichsmaßnahmen eingetreten.“ Sympathisch findet Egger das Motiv für den Ausbau: „Der Geschäftszweck sind Glasgebinde, das ist umweltfreundlich und reduziert Plastikmüll.“

VP-Wirtschaftsstadtrat Erich Hauptmann wies darauf hin, dass Firmen abwandern, wenn man ihnen die Möglichkeit der Erweiterung verwehrt: „Deshalb ist wichtig, dass wir diesem Unternehmen keine Prügel vor die Füße werfen.“

Stadtchef Christoph Artner (SP) ersuchte Hinteregger, nicht von einem „Monsterprojekt“ zu sprechen: „Durch das Raumordnungskonzept ist beiden Seiten Rechnung getragen: der Bevölkerung und der Firma vor Ort.“

Derzeit läuft das bergbaubehördliche Verfahren.