Mehr Platz zum Klettern. Nach dem Umbau bietet die Boulderhalle „Kraftwerk“ nun drei Mal so viel Fläche zum Sporteln.

Von Hans Kopitz. Erstellt am 12. März 2020 (03:17)
Bürgermeister Christoph Artner überlegte scherzhaft mit den Stadträten Erich Hauptmann, Franz Gerstbauer und Max Gusel (von links), die nächste Gemeinderatssitzung hängend an der Boulderwand abzuhalten – dann würde wahrscheinlich alles ein bisschen rascher beschlossen.
Hans Kopitz

Groß war das Interesse schon bei der Eröffnung der Boulderhalle „Kraftwerk“ im Dezember 2016 in der Wiener Straße – denn seit einigen Jahren boomt der Kletter-Sport in NÖ. Immer mehr Talente wollen hoch hinaus – das aber nicht an steilen Bergwänden, sondern in gesicherten Hallen.

Vergangenen Samstag eröffnete Bürgermeister Christoph Artner die Halle nach der Erweiterung. Und probierte das Klettern mit seinen Kollegen vom Gemeinderat Erich Hauptmann, Franz Gerstbauer und Max Gusel auch gleich aus. Vizebürgermeister Richard Waringer gab sich etwas vorsichtiger und Erich, Manuela sowie Lisa Dorweckinger, sozusagen das Herz des „Kraftwerks“, nicht über Besuchermangel klagen. Die Kletterfläche der Boulder- und Kletterhalle „Kraftwerk“ wurde um das Dreifache erweitert.

Kletter-Freude der Kids machte Ausbau nötig

Die Sektion Sportklettern der Naturfreunde Herzogenburg gibt es seit sechs Jahren und mit der Fertigstellung der Kletterwand in der Ossarner Freizeithalle begannen im Juni 2014 auch die ersten Kletterkurse. Bald stellte sich jedoch heraus, dass durch die starke Auslastung der Sporthalle nicht alle kletterbegeisterten Kinder betreut werden können. Aus diesem Grund wurde intensiv nach einer passenden Location für einen möglichen Umbau als Boulderhalle gesucht – und im ehemaligen Agneswerk der Firma Gerhold auch gefunden.

Johanna Nagl, Manuela Dorweckinger, Maya Walter und Alexander Evgoth (vorne) sowie Lisa Dorweckinger, Melanie Treitler und Kevin Amon (dahinter; jeweils von links) gehören als Team zur „Grundausstattung“ der Boulderhalle.
NOEN

„Wir klettern einfach furchtbar gerne und es war uns ein Anliegen in unserem Heimatort Herzogenburg eine Möglichkeit zu schaffen, diesem tollen Sport nachzugehen. Es gibt viele schöne Kletterhallen in Österreich, leider sind diese vielfach einfach zu weit weg oder zu teuer. Auch kleine Träume brauchen finanzielle Mittel, diese konnten wir großteils durch Crowdfunding aufstellen und mit der leerstehenden Halle der Agneswerke war auch bald die perfekte Location bezogen. Die Firma Hell-Bau half uns dann, unserer Boulderhalle, die die einzige im Umkreis von 70 Kilometer ist, zu verwirklichen“, erzählte Manuela Dorweckinger, die zur Erweiterungs-Eröffnung auch Hausherrn Michael Miksch begrüßen konnte.

Viele Kinder und Jugendliche zu Besuch

Inzwischen ist der Andrang in der Boulderhalle der Wiener Straße, so groß geworden, dass man wieder vergrößern musste, da die Kinder der Sonderschule und der Nachmittagsbetreuung der Volksschule regelmäßig vorbeikommen und auch Absolventen von den FHs und Unis aus Krems und St. Pölten oft zu Gast sind.

„Das ganze Projekt rund um die Kletterhalle ist der beste Beweis, was alles realisiert werden kann, wenn man ausgezeichnete Ideen hat, viele und fleißige helfende Hände findet und Leute zusätzlich auch noch motivieren kann“, meinte das Stadtoberhaupt Christoph Artner. Der Bürgermeister bedankte sich bei allen, die hier mitgeholfen haben – auch bei den Sponsoren und bei den Herzogenburger Naturfreunden- Denn meistens liege es ja am Geld, um etwas realisieren zu können. Alleine für die Haltegriffe der Boulderhalle „Kraftwerk“ wurden immerhin rund 40.000 Euro ausgegeben.