Herzogenburg

Erstellt am 28. Dezember 2018, 04:16

von Birgit Kindler und Alex Erber

Schatzl: „Bin nicht stolz auf die vergangenen Wochen“. Widersacher Thomas Rupp ist nicht mehr Bestandteil der Freiheitlichen. Die personellen Weichen werden bei einem außerordentlichen Stadtparteitag im Jänner gestellt.

Wolfgang Schatzl: „Ich habe Thomas Rupp immer unterstützt.“  |  NÖN

Die Freiheitlichen haben in der Vorwoche kurzen Prozess gemacht: „Thomas Rupp ist nicht mehr Bestandteil der FP“, verlautbarte Landesparteisekretär Michael Schnedlitz und setzte damit einem unrühmlichen Kapitel ein endgültiges Ende.

Stadtrat Martin Hinteregger: „Herzogenburg wird wichtige Rolle spielen.“  |  NOEN

Der Streit zwischen Stadtrat Wolfgang Schatzl und seinem „Kronprinzen“ gehört damit zumindest parteiintern der Vergangenheit an. Schatzl: „Ich bin nicht stolz auf die vergangenen Wochen. Aber was soll ich machen? Von mir ist Thomas Rupp gefördert worden, wie es sich gehört. Ich habe das Amt des Stadtparteiobmanns in seine Hände gelegt und zu seinen Gunsten auf die Funktion des stellvertretenden Bezirksparteiobmanns verzichtet.“

Schatzl verwehrt sich gegen Rupps Vorwurf, er habe ihm verboten, das Lokal des ehemaligen Parteimitglieds Manfred „Baba“ Schauer, das Pub „Lowlander“, zu betreten: „Ich habe lediglich angeregt, dass wir dort keine Parteisitzungen mehr abhalten. Wer wann wo hingeht, ist mir ansonsten herzlich egal.“

Wie geht es bei der FP weiter? „Im Jänner wird es einen außerordentlichen Parteitag geben, bei dem die personellen Weichen gestellt werden. Es wird rasch gehen, zumal ja die Funktion des Stadtparteiobmanns derzeit vakant ist.“

„Er hat eine riesige Chance vergeben“

Stadtrat Martin Hinteregger ist stellvertretender Stadtparteiobmann und musste den Machtkampf ohnmächtig ansehen: „Für mich ist das Ganze aber abgehakt und ich blicke positiv nach vorne.“ Rupp wünscht er alles Gute: „Ich bin der Ansicht, dass er eine riesige Chance vergeben hat.“

Thomas Rupp  |  NÖN

Damit spielt Hinteregger auf die Tatsache an, dass Rupp ja nicht nur „Kronprinz“ in Herzogenburg war, sondern auch geschäftsführender Bezirksparteiobmann von „Kronprinz“ von Landtagsabgeordnetem Erich Königsberger, den er in dieser Funktion noch in dieser Legislaturperiode beerben sollte.

Thomas Rupp hat nach wie vor nichts Schriftliches, das den Rausschmiss aus der FP dokumentiert: „Ich wurde nicht informiert, aber wenn es so sein soll, dann soll es so sein.“ Zu seiner Kündigung – er war als FP-Bezirksreferent tätig – will er sich nicht äußern: „Ich unterliege der Verschwiegenheitspflicht, bis Februar bin ich dienstfrei gestellt.“ Was die Zukunft für ihn bringt, kann Rupp noch nicht sagen: „Im neuen Jahr sehen wir weiter.“

Die NÖN-Community hatte eine frühe Ahnung, denn die jüngste Umfrage auf der beliebten Onlineplattform NÖN.at beantwortete sie klar. Ob der FP-Streit noch zu kitten sei? 87 Prozent der Voter antworteten mit „Nein“, nur 13 Prozent mit „Ja“.