Reifenlager brannte völlig ab. 140 Feuerwehrmänner haben die Flammen bekämpft. Ermittler stellten Ursache fest: technischer Defekt.

Von Alex Erber. Erstellt am 29. September 2014 (14:37)
NOEN, FF Herzogenburg-Stadt (2), Günther Schwab (2)
Nach dem Brand in Fräuleinmühle bei Nussdorf: Vom Reifendepot blieb nur noch eine Ruine übrig.

Ein Großbrand hat in der Nacht auf Dienstag ein Reifenlager der Firma Weichberger vernichtet . Ursache für das Feuer war ein elektrischer Defekt an einem Elektro-Gabelstapler.

Ein Zeitungskolporteur schlug gegen 2.50 Uhr als erster Zeuge Alarm, wenig später gab es Anrufe von besorgten Anrainern und Autofahrern auf der S 33 im Sekundentakt.

Obwohl bereits wenige Minuten später die ersten Feuerwehren am Einsatzort eintrafen und mit mehreren Löschleitungen einen umfassenden Außenangriff starteten, konnte das Gebäude nicht mehr gerettet werden. Hunderte Reifen standen bereits in Vollbrand, die Rauchentwicklung war gewaltig.

„Die Brandbekämpfung durch die 140 Einsatzkräfte war großteils nur mit Atemschutzgeräten möglich“, berichtet Pressesprecher Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando NÖ.

Feuerwehren konnten ein Übergreifen der Flammen verhindern

Obwohl mehrere Tanklöschfahrzeuge im Einsatz standen, gestalteten sich die Löscharbeiten an der 20 Meter langen und zehn Meter breiten Halle äußerst schwierig, da zusätzliches Wasser über Schlauchleitungen aus einem mehrere hundert Meter entfernten Bach zum Einsatzort gepumpt werden musste.

NOEN, Feuerwehr
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Einsatzleiter Oberbrandinspektor Simon Spreitzer von der Freiwilligen Feuerwehr Reichersdorf: „Auf Grund der enormen Hitze- und Rauchentwicklung habe ich mich für den zusätzlichen Einsatz von Löschschaum entschieden, der das Feuer schlussendlich erstickte.“

Nach zwei Stunden, gegen 5 Uhr, war der Brand dann unter Kontrolle.

Die Lagerhalle, in der sich rund 3.000 Reifen befanden, brannte völlig ab. Die Florianijünger konnten aber das Übergreifen der Flammen auf das Hauptgebäude verhindern.

„Sicher einer der größten Einsätze in 119-jähriger Geschichte“

Endgültig „Brand Aus“ konnte erst um 19.30 Uhr gegeben werden. Spreitzer: „Nach den Aufräumarbeiten rückten wir gegen 23 Uhr wieder ins Feuerwehrhaus ein. Dieser Einsatz war sicherlich einer der größten in der 119-jährigen Geschichte unserer Wehr. Die Zusammenarbeit mit den Feuerwehrleuten aus der Umgebung gestaltete sich hervorragend, es gab keinerlei Probleme.“

Ermittler des Bundes- und Landeskriminalamtes haben als Ursache für das Großfeuer eindeutig einen elektrischen Defekt an einem Elektro-Gabelstapler ausgemacht.

„Werden keine Zahlen nennen oder genannte Zahlen kommentieren“

Über die Höhe der Gesamtschadenssumme macht das Unternehmen keine Angaben: „Wir haben uns entschlossen, keine Zahlen zu nennen oder genannte Zahlen zu kommentieren“, erklärt Margarete Blauensteiner von der Zentrale der Firma Reifen Weichberger, die im Bezirk Melk beheimatet ist, im NÖN-Gespräch.

Man wolle keinen Anlass zu Spekulationen aller Art bieten. Die Schadenshöhe bewegt sich Experten zufolge jedenfalls im hohen sechsstelligen Euro-Bereich.

Wichtig: Kundenbetrieb und alltäglicher Geschäftsablauf sind durch den Brand nicht beeinträchtigt worden, zumal das Hauptgebäude, in dem sich auch die Kundendepots befinden, unbeschädigt blieb.


Im Einsatz: Den Großbrand bekämpften Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Reichersdorf, Herzogenburg-Stadt (mit Drehleiter), Gemeinlebarn, Getzersdorf, Inzersdorf, Krustetten, Nussdorf, St. Pölten-Stadt (mit Drehleiter und Großtanklöschfahrzeug), Stollhofen, Theyern, Traismauer-Stadt und Wagram.

NÖN.at hatte direkt vom Brand berichtet: