für Vorzeigeprojekt. Gruppe in Getzersdorf kostet in der ersten Phase 35 Millionen Euro.

Von Lisa Entinger. Erstellt am 19. November 2013 (23:59)
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Bei kühlen Temperaturen vollzog der Vorstand der Erber-Gruppe den Spatenstich: Andreas Kern, Thomas Waidhofer, Erich Erber mit Gattin Margarete Erber, Bürgermeister Franz Haslinger und Heinz Flatnitzer (von links).
Von Lisa Entinger

INZERSDORF-GETZERSDORF / Historischer Moment: Am Mittwoch-Nachmittag ist der Spatenstich für ein Bauprojekt erfolgt, das in Österreich seinesgleichen sucht. Die Erber-Gruppe besteht seit knapp 30 Jahren und zählt zu den führenden Unternehmen in der Tierfutter-Ergänzungsmittelindustrie. Die Erber AG besteht heute aus mehr als 50 Tochtergesellschaften auf allen Kontinenten. Bereits vor sieben Jahren beschloss die Unternehmensleitung, den Konzernsitz von Herzogenburg abzuziehen und einen neuen Campus zu bauen, welcher den Anforderungen an das ständig wachsende Unternehmen besser gerecht wird. In Herzogenburg verbleibt ein Teil der Produktion und des Vertriebs. Die Forschungsabteilung wird weiterhin in Tulln angesiedelt sein, obwohl zunächst eine Zusammenführung von Verwaltung und Forschung angedacht war.

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„Warum Österreich, warum Getzersdorf?“ Konzernchef Erich Erber musste diese Fragen in der Vergangenheit oftmals beantworten. Das wiederholte er in seiner kurzen Ansprache: „Ich bin Österreicher, daher war es mir ein Anliegen, den Konzernsitz in Österreich zu errichten. Dies liegt vor allem an den hohen Standards, die hier geboten werden, und an dem attraktiven sozialen Umfeld.“

Insgesamt waren 32 mögliche Standorte evaluiert worden. Doch letztendlich fiel die Wahl für den neuen Erber-Campus auf Getzersdorf. „Die Gemeinde bietet nicht nur ein herausragendes Ambiente, sondern ist auch aufgrund der Anbindung an die neue Donaubrücke bei Traismauer verkehrstechnisch wirklich gut gelegen“, erklärt Erber.

Schaffung von 400 Arbeitsplätzen

Ziel war es vor allem, eine gemeinsame Plattform für alle Abteilungen zu schaffen. Am bisherigen Standort wurde der Platz kontinuierlich zu klein und die Verwaltung war auf vier einzelne Gebäude aufgeteilt. Dies soll am geplanten Campus nicht mehr vorkommen. Beim Erstbezug 2015 sollen 250 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz finden. Insgesamt ist für 400 Personen Platz in den acht Trakten, die durch einen geschwungenen Zentralbereich miteinander verbunden sind.

Auf dem rund 53.000 Quadratmeter großen Bauplatz werden das Hauptgebäude mit 11.000 Quadratmetern Büronutzfläche, verteilt über vier Etagen, Konferenz- und Schulungsräume sowie Gastronomiebereiche und ein Naherholungsgebiet errichtet. In einer zweiten Ausbauphase sind die Errichtung eines Parkdecks, einer Cafeteria und einer Kinderbetreuungsstätte geplant. Insgesamt betragen die Kosten rund 50 Millionen Euro.

Die Baupläne wurden von Architekt Peter Podsedensek und seinem Team entworfen. Besonders wichtig war die Errichtung eines nachhaltigen und umweltbewussten Gebäudes.

Umweltverträglichkeit steht an oberster Stelle 

Der Gebäudekomplex zeichnet sich durch eine hochwärmegedämmte Gebäudehülle und Dachbegrünung aus. Weiters werden Beheizung und Kühlung mittels Grundwasser geregelt und ein großer Teil des Strombedarfs wird über Photovoltaik-Anlagen gesichert.

Die Erber AG strebt eine Gebäudezertifizierung nach LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) des amerikanischen „Green Building Council“ an. Der Erber-Campus wird somit als erstes Gebäude Österreichs ein Platin-Siegel tragen. „Das Unternehmen verwirklicht damit Umweltziele, die die Politik erst für 2020 festlegt“, meint Facility-Management-Officer Florian Friedrich.

Als Baufirma wurde das Unternehmen Granit aus Graz ausgewählt. In eineinhalb Jahren soll die erste Bauphase abgeschlossen sein und die ersten Mitarbeiter sollen dort einziehen.

Brasilien, China  und Getzersdorf

Konzernchef Erich Erber freut sich auf den neuen Campus: „Der neue Bau ist schon seit einigen Jahren in Planung, doch musste er aufgrund anderer Investitionen in der Produktion, wie beispielsweise in Brasilien und China, etwas warten. Neben der Umweltverträglichkeit ist uns auch der Wohlfühlfaktor der Mitarbeiter ein Anliegen. Denn zufriedene Arbeitnehmer arbeiten effizienter für das Unternehmen und fühlen sich auch verantwortlicher.“

Das Gebäude ist nach den Grundsätzen der chinesischen Harmonielehre Feng-Shui geplant und soll damit den Mitarbeitern das Arbeiten so angenehm wie möglich gestalten.

Auch die Mitarbeiter freuen sich schon auf ihren neuen Arbeitsplatz mitten in einem Naherholungsgebiet. „Es haben sich bereits einige Angler unter den Mitarbeitern zusammengefunden, die die Fischteiche befischen möchten“, schmunzelt Marketingleiterin Birgit Leitner.

Bürgermeister Franz Haslinger freut sich: „Wir sind stolz, dass sich ein Unternehmen wie die Erber AG dazu entschließt, seinen Firmensitz in Getzersdorf zu errichten. Es ist mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze und einer positiven Auswirkung auf das Gemeindebudget zu rechnen.“

Nach dem Spatenstich am Grundstück lud die Erber-Gruppe in den Weinhof Gill in Nussdorf zu einem Imbiss ein.