Erstellt am 19. Mai 2015, 11:00

von Daniel Lohninger, Alex Erber und Thomas Peischl

Volksbank wächst noch weiter. Alpenvorland und Donau-Weinland kommen zu St. Pölten-Krems-Zwettl. Tullnerfeld folgt auf den Fuß.

Gaben grünes Licht für die Fusion der Volksbanken Alpenvorland und Donau-Weinland mit St. Pölten: Leo Graf, Herbert Gugerell, Helmut Emminger und Johann Bauer sowie Hans Pucher (von links).  |  NOEN, privat

Wichtige Weichenstellung der Volksbank auf dem Weg zur größten Bank der Stadt: Mit September fusionieren die Volksbanken Alpenvorland (Sitz in Amstetten) und Donau-Weinland (Sitz in Stockerau) mit der Volksbank St. Pölten-Krems-Zwettl.

Das wurde in der Generalversammlung der VB NÖ-Mitte Beteiligung eG ohne Gegenstimme beschlossen. Damit entsteht eine Volksbank mit zwei Milliarden Euro Bilanzsumme, 50 Geschäftsstellen und 380 Mitarbeitern.,

„Wir werden die stärkste Regionalbank im westlichen Niederösterreich sein“, freut sich Vorstandsdirektor Helmut Emminger, der große Chancen für die Zukunft sieht: „Dank einer dezentralen Struktur von Eigentümergenossenschaften verfügen wir auch in Zukunft über die notwendige regionale Verankerung.“

Eine Fusion im zweiten Anlauf

Positive wirtschaftliche Eckdaten präsentierte Vorstandsdirektor Johann Bauer. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit betrug knapp 10,5 Millionen Euro, die Bilanzsumme stieg auf 1,06 Milliarden Euro. Die Eigenmittelausstattung stieg auf 13 Prozent. 841 Millionen Euro an Einlagen standen 860 Millionen Euro an Ausleihungen gegenüber. Bauer: „Die Ergebnisse untermauern die starke Position unserer Bank im niederösterreichischen Zentralraum.“

Ausständig sind noch die Zustimmungen der Generalversammlung der Krems-Zwettl-Beteiligungsgesellschaft (18. Mai) sowie der Hauptversammlung der Volksbank St. Pölten-Krems-Zwettl AG (19. Mai).

Auch die Fusion der Volksbank Tullnerfeld mit dem zukünftigen Bankenriesen ist auf Schiene. Und zwar nach dem zweiten Anlauf: Von 166 zur außerordentlichen Generalversammlung erschienenen beziehungsweise vertretenen Miteigentümern stimmten mehr als 90 Prozent für den Grundsatzbeschluss, berichtet Direktor Herbert Blauensteiner.

Gespräche nahmen Sorgen und Ängste

Bei der Versammlung zuvor hatte sich noch eine überwiegende Mehrheit gegen den Zusammenschluss ausgesprochen. Den Sinneswandel führt Blauensteiner genau wie Direktor Christian Schilcher, aber auch Betriebsrat Wolfgang Schön auf intensive Gespräche in den Tagen vor der zweiten Versammlung zurück.

„Ich habe mit Kollegen, Kunden und unseren Vorständen sehr viele Gespräche geführt“, berichtet Schön. Auch die beiden Tullner Direktoren sowie Johann Bauer richteten ganz offene Worte an die Belegschaft. „All diese Informationen haben dazu beigetragen, Sorgen und Ängste zu nehmen“, erklären Vorstände und Betriebsrat unisono.

„Die Volksbank Tullnerfeld hat 140 Jahre lang gut gewirtschaftet. Da tut eine derartige Megafusion natürlich weh. Das ist schmerzlich, gleichzeitig ist es aber ohne Alternative“, betont Schön. Das hätten die Mitarbeiter eingesehen. Jetzt wäre der Blick ganz nach vorne gerichtet.

Direktor Christian Schilcher ist zuversichtlich: „Schon vor 30 Jahren haben wir St. Andrä-Wördern, Königstetten und Traismauer aufgenommen. Das ist der nächste Entwicklungsschritt.“

„Für alle Mitarbeiter ist gesorgt“

Von den 54 Mitarbeitern der Volksbank Tullnerfeld wären etwa 70 Prozent im Verkauf tätig, der Rest in der Verwaltung beziehungsweise in Stabstellen. „Für alle ist gesorgt“, betont Blauensteiner. Bis zu zwölf Mitarbeiter werden in Zukunft nach St. Pölten in die Zentrale beim Hauptbahnhof pendeln, was aber dank bester Verkehrsanbindung kein Problem darstelle. Keine Auswirkungen hat die Fusion auf das Filialnetz.

Dankbar, dass jetzt „alles auf Schiene ist“ zeigt sich auch Direktor Johann Bauer: „Wir werden mit unserem Modell, mit den Regionaldirektionen, unsere bisherige Stärken als Regionalbank, dies sind vor allem Kundennähe und regionale Marktkenntnisse, beibehalten und sogar verbessern können.“

Bis die Mega-Fusion über die Bühne geht, ist noch viel zu tun. Nach dem Grundsatzbeschluss folgt im September die Beschlussfassung über den rechtlichen Zusammenschluss, die technische Fusion startet mit Ende November.

Insgesamt 13 Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit den Details.