Region Herzogenburg: Kräuter gibt’s auch zu Hause. Sonnige Ecke oder Hochbeet: Jugend hat entdeckt, dass man Basilikum oder Oregano nicht im Supermarkt kaufen muss.

Von Hans Kopitz und Beate Steiner. Erstellt am 31. März 2021 (04:02)
Mit viel Liebe betreiben Martin und Manuela Steidl seit 25 Jahren in der dritten Generation ihre Gärtnerei in Ossarn.
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Noch ist die Natur erst am Erwachen und die Blumen blühen eher zart. Der volle Blütenreigen steigt erst Mitte bis Ende April – auch in der Gärtnerei von Martin Steidl in Ossarn, der seit 25 Jahren mit seiner Gattin Manuela den Betrieb in der dritten Generation betreibt. „1955 hat der Großvater hier angefangen, dann hat die Mama weitergemacht – und jetzt sind wir an der Reihe“, so Martin Steidl, der im Gespräch mit der NÖN sagt: „Neue Gartentrends gibt es von den Blumen her bei uns eher nicht, jeder will es schön haben daheim – aber etwas mehr, als vor der Corona-Zeit. Ein neuer Trend ist ist vielleicht, dass viele Menschen zu Selbstversorgern geworden sind, die es vorher nicht waren. Besonders die Jugend hat entdeckt, dass man Kräuter nicht nur im Supermarkt kaufen, sondern daheim selbst ziehen kann – und hat sich im Garten eine Ecke reserviert oder sogar ein Hochbeet aufgestellt, wo neben Majoran, Basilikum und Oregano auch manch anderes Kräuterl angebaut wird.“

„Neue Gartentrends gibt es von den Blumen her bei uns eher nicht, jeder will es schön haben daheim – aber etwas mehr, als vor der Corona-Zeit."

Neue Trends punkto Blumenschmuck gibt es im Stiftsgarten nicht – „unser Trend ist es, den Garten klimafit zu machen und darauf zu achten, dass das historische Bild erhalten bleibt. Wir wollen für die nächsten Jahrzehnte vorbauen“, erklärt Stiftspropst Petrus Stockinger.

Einer der gerne gartelt, ist der ehemalige Herzogenburger Bürgermeister Franz Zwicker. In seiner Funktion als Stadtoberhaupt und als hochrangiger Beamter im Innenministerium, wo er mehr Minister begleitet hat, als man an zwei Händen abzählen kann, ist er natürlich weniger dazugekommen. Seit Juni des vergangenen Jahres ist er in Pension – und genießt sie jetzt in vollen Zug.

„Entspannung an der frischen Luft“

„Gegartelt habe ich eigentlich schon immer gerne, natürlich früher berufsbedingt nicht so intensiv. Aber jetzt finde ich schon Entspannung an frischer Luft beim Rasenmähen, Sträucher schneiden, Gemüse setzen und beim Gießen“, so Zwicker, der mit seiner Familie den eignen Garten hinterm Haus in Oberndorf betreut und natürlich auch genießt.

Besonderen Gartengenuss verspricht der Gartenbaubetrieb Nentwich in Weißenkirchen an der Perschling. „Für uns sind Pflanzen das wichtigste Designelement, um tolle Blickfänge zum Beispiel mit einzigartigen Gehölzen mit außergewöhnlichen Wuchsformen zu schaffen“, erklärt Thomas Nentwich. Er bestätigt, dass die Menschen ins eigene Heim investieren, weil sie nicht mehr verreisen können. „Dadurch hat der Garten einen besonderen Stellenwert bekommen.“

Grüne Erweiterung des Wohnraums

Der Garten muss jetzt vielen verschiedenen Ansprüchen genügen: Er dient der Entspannung beim Lesen, Spielen, Sporteln, er ist nützlich, wenn frisches Gemüse, Obst und frische Kräuter geerntet werden, und er ist Erweiterung des Wohnraums: „Vielfach wandert nicht nur das Wohnzimmer, sondern auch die Küche in den Outdoorbereich. Es wird nun unter freiem Himmel gekocht und gefeiert“, weiß Thomas Nentwich, der auch bestätigt, dass wegen des Klimawandels und des Insektensterbens Nachhaltigkeit im Gartenbau eine immer größere Rolle spielt.

Der Tipp des Gartenbau-Experten in Pandemiezeiten: „Rechtzeitig planen. Denn eine der Folgen des Virus sind verlängerte Lieferzeiten bei Outdoor-Möbeln und Baumaterialien.“

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