Region Herzogenburg: Heimat, bist du großer Köche

Rainer Melichar, Michael Nährer und Peter Matus sind für ihre hohe Kunst wieder mit Hauben prämiert worden.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 04:41
Lesezeit: 2 Min
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Der Kochpionier Rainer Melichar hat sich seit Jahren mit verschiedensten Kochtechniken beschäftigt, dabei hat er die „Succowell“-Methode entwickelt. Seit Jahren erhält er für seine Kochkünste beste Bewertungen.
Foto: Günther Schwab

„Die Kreativität des (hoch)begabten Herrn Rainer Melichar ist explodiert.“ Auch bei ihrem heurigen Besuch im Traismaurer Nibelungenhof gerieten die Tester vom Restaurantführer Gault Millau ins Schwärmen. Dafür beispielsweise verantwortlich: Räucherforellen-Sud mit Milchschaum, geriebener Zitrone, Entenleber-Räucheraal-Tatar und Marillencurry, andererseits Markknochen mit Artischockencreme, Herbsttrüffel, Jakobsmuschel und getrocknetem Schinken.

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Das Ergebnis: 16 von 20 Punkten für Rainer Melichar und abermals drei Hauben.

Einzig an der Weinkarte gab es etwas auszusetzen, obwohl sie sehr umfangreich ist: „Die Tester wollten zum Wild einen speziellen Rotwein, einen älteren Jahrgang. Den konnte ich leider nicht anbieten“, klärt Elisabeth Melichar auf.

Mit Herzblut um die Gäste bemüht

15 von 20 Punkte und damit neuerlich drei Hauben gab es auch für Michael Nährer vom gleichnamigen Dorfwirtshaus in Rassing. Die Tester attestierten eine „bestechende Küchenlinie“. Sie zeigten sich begeistert: „Fantastisch in seiner Würzung ist das Beef Tatar mit Eidotter-Kerbel-Creme, perfekt gegart das Zweierlei vom Maibock (gebraten und geschmort) mit Selleriecreme und Dirndln.“

Gemeinsam seiner Gattin im Service, einem Koch und einer Köchin, zwei Kochlehrlingen und der Mithilfe der Eltern führt Michael Nährer den Traditionsbetrieb in dritter Generation. Das Gasthausrestaurant in unmittelbarer Nähe zum Mittelpunkt von NÖ ist weit über die Bezirksgrenzen bekannt. Nährer ist mit viel Herzblut um seine Gäste bemüht: „Ich freue mich, wenn sie zufrieden sind.“ So haben sich in den vergangenen Jahren viele Freundschaften gebildet.

Mit der Mitwirkung an den Feldversuchen und auf ständiger Suche nach regionalen Schmankerln hat sich Michael Nährer einen Namen gemacht. Da schmerzt der aktuelle Lockdown umso mehr: „Ich rechne nicht damit, dass das geplante Ende reichen wird und stelle mich auf eine längere Schließung unseres Betriebes ein.“

Auf der Homepage (www.gasthaus-naehrer.com) kann man die aktuelle Speisekarte einsehen und Speisen entweder gekühlt im Glas oder genussfertig abholen. Nährer: „Das ist natürlich nur ein Bruchteil des üblichen Umsatzes, wir versuchen aber, damit mit unseren Gästen in Kontakt zu bleiben und bieten so Genuss für zu Hause an.“

Von der Slowakei nach Thalheim

Die zwei Hauben für die Küche des Schlossrestaurants in Thalheim hat Chefkoch Peter Matus erfolgreich verteidigt (13,5 Punkte). Der seit 2017 in Thalheim tätige slowakische Koch nimmt die wöchentliche Reise von über 160 Kilometer gerne in Kauf, um ein anspruchsvolles kulinarisches Angebot zu bringen.

Matus, der als Schiffskoch acht Jahre lang internationale Erfahrungen sammeln konnte und zuletzt als Sous Chef auf Schloss Rosenburg tätig war, freut sich, wenn die Gäste zufrieden sind. Die Gault-Millau-Tester waren es jedenfalls: „Ein Hoch auf diese Küche!“, stellten sie fest. Als Star des Abends habe sich die Zuckermais-Panna cotta mit Chorizo, Sonnenweizen, Honig und Erdnüssen erwiesen, dicht gefolgt vom Perlhuhn Suprême, das von Morcheln, Minigemüse und Brokkolirisotto begleitet wurde.

Im Lockdown gibt es allerdings nichts zu tun, Restaurant und Hotel sind geschlossen, ein Abholservice gibt es nicht.