Knalleffekt: SPÖ Traismauer stellt sich neu auf. Nach dem Tod von Stadtrat Walter Gräunstäudl bleibt kein Stein auf dem anderen: Änderung in fünf von sechs Ausschüssen.

Von Alex Erber und Günther Schwab. Erstellt am 10. Juni 2021 (03:44)
Bürgermeister Herbert Pfeffer (links) und SPÖ-Klubsprecher Vizebürgermeister Thomas Woisetschläger hießen den künftigen Gemeinderat Walter Dedek herzlich willkommen und gratulierten Christa Kernstock zu ihrer neuen Funktion als Stadträtin für Gesundheit und Soziales.
SPÖ Traismauer (1), Günther Schwab (3), SPÖ Traismauer (1), Günther Schwab (3)

Nach der Trauer um den viel zu früh verstorbenen beliebten Baustadtrat Walter Grünstäudl stellt Bürgermeister Herbert Pfeffer mit einem Paukenschlag die Weichen für die nächsten vier Jahre. In seinem Team werden fast alle SPÖ-Ressorts umgebildet und neu aufgestellt. Einzig und allein Stadtrat Andreas Rauscher führt unverändert das Ressort für Bildung und Kultur weiter. Ansonsten gibt es teilweise gravierende Änderungen.

Die Eckpunkte: Neu in den Gemeinderat kommt Walter Dedek, Christa Kernstock wird Stadträtin - und es gibt wieder ein eigenes Wirtschaftsressort.

„Es war uns bewusst, dass Stadtrat Walter Grünstäudl nur schwer zu ersetzen ist.“ Bürgermeister Herbert Pfeffer

Stadtrat Christoph Grünstäudl übernimmt von seinem Vater das Bauressort: „Ich möchte es nach seinen Vorstellungen weiterführen.“
NOEN

Klubsprecher Vizebürgermeister Thomas Woisetschläger zeigt sich sehr zufrieden mit den einstimmigen Beschlüssen in der SPÖ-Gemeinderatsfraktion: „Ich bin stolz, dass unser Gemeinderatsteam in dieser schweren Zeit so einen guten Zusammenhalt zeigt. Es freut mich, dass Walter Dedek gleich bereit war, dass Gemeinderatsmandat zu übernehmen. Beim Stadtratsmandat haben es sich Bürgermeister und ich aufgrund der Vielzahl unserer kompetenten Gemeinderatsmitglieder nicht leicht gemacht.“

In der nächsten Sitzung des Gemeinderates wird der in Gemeinlebarn wohnende Walter Dedek als neuer Gemeinderat angelobt. Somit rückt er auf das freigewordene Mandat nach. „Politik muss sozial, fair, kompetent und nachhaltig sein sowie für die Bildung unserer Kinder, die Pflege unserer Senioren, die Sicherheit der Menschen sorgen, und für Vereine als auch Geschäftsleute ein offenes Ohr haben“, so der Neo-Gemeinderat in seinem ersten Statement.

Der 1953 geborene ehemalige Manager für Lagerlogistik im „Warehouse“ ist seit fünf Jahren Obmann des Traismaurer Pensionistenverbandes.

Nichte von Hans Haas wird neue Stadträtin

Die diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester Christa Kernstock wird neue Stadträtin für Gesundheit und Soziales und erhält damit ihr Wunschressort: „Am wichtigsten ist die Gesundheit, hört man immer. Wirklich zu verstehen ist das erst, wenn sie einmal nicht da ist. Auch die weltweite Corona-Krise hat uns ganz nah vor Augen geführt, wie schnell sich Lebenssituationen ändern können und wie machtlos wir dagegen oft sind“, sagt sie.

Kernstock ist die Nichte des verstorbenen Altbürgermeisters Hans Haas. Sie hat sich bereits in frühen Jahren sehr für Traismauer interessiert und ist über die Stadterneuerung auf den Geschmack gekommen, künftig auch in der Gemeindepolitik mitzugestalten.

Stadtrat Christoph Grünstäudl folgt seinem Vater als Baustadtrat nach. Es war sein persönlicher Wunsch: „Mein Vater hatte noch so viel vor und einige Projekte sind bereits gestartet beziehungsweise in ihrer Entwicklung sehr weit fortgeschritten. Ich möchte das Bauressort ganz nach seinen Vorstellungen weiterführen und danke meinen Kollegen, dass sie mir diese Möglichkeit gegeben haben.“

Größte Überraschung im Bereich Wirtschaft

Christoph Grünstäudl war bereits für die Stadtentwicklung zuständig und somit gab es aufgrund der Flächenwidmungen und des örtlichen Bebauungsplanes, die bereits in seiner Zuständigkeit lagen, große Schnittstellen mit dem Bauressort, das unter „Ausschuss für Bau-, Immobilienwesen und Stadtentwicklung“ firmiert.

Vizebürgermeister Thomas Woisetschläger, der „Soziales“ an Christa Kernstock abgegeben hat, erhält zum Finanzressort die Umweltagenden hinzu.

Zweifellos die größte Überraschung ist einerseits, dass es wieder ein eigenes Wirtschaftsressort gibt - und dass es von einem Weinbauern gelenkt wird. Tourismusstadtrat Rudolf Hofmann und Bürgermeister Pfeffer möchten damit auch dem Wunsch der Opposition nachkommen, die Wirtschaftagenden einem Ausschuss zuzuweisen. „Die beiden Bereiche gehören eng zusammen“, meint der Stadtchef zu Wirtschaft und Tourismus.

Die Wirtschaftsstrategiegruppe, der der Bürgermeister vorsitzt und in die Geschäftsleute und Unternehmer der Stadtgemeinde vertreten sind, bleibt weiter bestehen.

Zustimmung kommt auch vom Werbe- und Wirtschaftsverein Traismauer, kurz WWT: „Diese Aufwertung ist ein schätzendes Zeichen der Stadtpolitik“, goutiert Obmann Alexander Simader die von der SPÖ getroffene Lösung.

Die Jugend wird künftig in Stadtrat Admir Mehmedovic einen aktiven Ansprechpartner finden. Er wird künftig die Belange der Jugend und des Sports vereinen und dieses Ressort leiten. „Auch hierbei gibt es viele Parallelen und Synergien, die sich sehr gut zusammen erledigen lassen“, stellt Bürgermeister Pfeffer fest.

Und abschließend: „Es war uns bewusst, dass Stadtrat Walter Grünstäudl nur schwer zu ersetzen ist. Um so erfreulicher war es, dass sein Sohn dieses sehr große Ressort übernimmt. Mit Christa Kernstock haben wir eine starke Persönlichkeit in unserem Stadtratsteam dazugewonnen.“