Der Kampf um Herzogenburg ist offen. Erstmals in der Geschichte der Stiftsstadt treten sechs Listen an. In Traismauer haben sich FP und NEOS schwere Pannen geleistet.

Von Alex Erber. Erstellt am 24. Dezember 2019 (04:31)
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So viele Listen wie noch treten in Herzogenburg am Sonntag, 26. Jänner 2020, zur Gemeinderatssitzung an.

Das Votum in der Stiftsstadt verspricht besondere Spannung. Beim Urnengang im Jahr 2015 hat die SP die absolute Mehrheit verloren und regiert seither in einer Koalition mit den Grünen, die reibungslos funktioniert hat.

Die Sozialdemokraten gehen mit einem neuen Spitzenkandidaten ins Rennen. Bürgermeister Christoph Artner will nichts unversucht lassen, um die absolute Mehrheit wieder zurückzugewinnen. An zweiter Stelle kandidiert Richard Waringer.

Der junge Stadtchef hat mit VP-Wirtschaftsstadtrat Erich Hauptmann den gleichen Herausforderer mit sein Vorgänger Franz Zwicker. Auch die Volkspartei hat ihr Team verjüngt, Obmann Max Gusel ist an zweiter Stelle gereiht. Wahlziel ist ein Zuwachs an Stimmen und Mandaten.

Die Freiheitlichen haben bei der jüngsten Wahl sechs Mandate für sich verbuchen können. Die FP hatte vor wenigen Monaten nach einem heftigen internen Streit den Abgang von „Kronprinz“ Thomas Rupp zu verkraften, auch mehrere Mitglieder sollen sich abgewandt haben. Der neue Spitzenkandidat Stadtrat Martin Hinteregger hat die „Blauen“ wieder in ruhiges Fahrwasser geführt. Er hofft, an den Erfolg des Jahres 2015 anknüpfen zu können.

Die Grünen stellen sich dem Wähler erneut mit Stadtrat Franz Gerstbauer an der Spitze dem Wähler. Die politische Großwetterlage sieht gut aus, ein Mandatszuwachs ist das erklärte Ziel.

Ein Stück vom Stimmenkuchen naschen wollen gleich zwei Bürgerlisten. Die Liste „Blüh“ mit ihrem Spitzenkandidaten Thomas Wingelmayr und die Liste „Herz für Herzogenburg“ mit „Urgestein“ Hermann Feiwickl. Er saß schon für SP und „Blüh“ im Gemeinderat und hofft auf seinen neuerlichen Einzug.

Ungleich bequemer als sein Parteigenosse Christoph Artner hat es der mit absoluter Mehrheit ausgestattete Bürgermeister Herbert Pfeffer in Traismauer. Dort hat sich in den vergangenen fünf Jahren kein ernstnehmender Herausforderer etablieren können. Die Verteidigung der absoluten Mehrheit ist das Minimalziel Pfeffers.

Der Stadtchef sieht sich mit einem neuen Herausforderer konfrontiert. Die VP nominierte Stadtrat Georg Kaiser als Spitzenkandidat. Die Spitzenkandidatin von 2015, Stadträtin Veronika Haas, scheint an vierter Stelle auf, und zwar einen Platz hinter Elisabeth Wegl, die als parteifreie Kandidatin ins Rennen geht.

Wegl war zuletzt bei der Liste MIT, deren Spitzenkandidat diesmal Günther Brunnthaler heißt.

Eine spezielle Situation findet Süleyman Zorba vor. Beim Neo-Nationalratsabgeordneten der Grünen wird man intern genau hinsehen, wie er in seiner Heimatstadt abschneidet.

Die FP nahm sich selbst aus der Wahl. Zustellungsbevollmächtigter Erich Königsberger reichte am Mittwoch Peter Schlögl als einzigen Kandidaten ein. Am Donnerstag erschien Schlögl am Stadtamt und unterzeichnete eine Erklärung, wonach er „unwiderruflich“ nicht für die FP kandidieren werde.

Besonders bitter ist die Panne, die dem jungen NEOS-Kandidaten Sebastian Miegl unterlaufen ist. Er vergaß, das Formblatt zu unterschreiben, auf dem er versichert, dass er ausschließlich für die NEOS und ausschließlich in Traismauer kandidiert. „Ich kann die Enttäuschung natürlich verstehen, vor allem, weil er viel Zeit und Energie in den Wahlkampf gesteckt hat, beim ersten Antritt aber gleich mit den Mühen der Bürokratie konfrontiert worden ist. Man muss es auch sportlich sehen, wenn einmal etwas schief geht. Wir werden nun die definitive Entscheidung der Wahlbehörde am 2. Jänner abwarten“, erklärt dazu NEOS-Landessprecherin Indra Collini.

Umfrage beendet

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