VP beharrt auf den „Vize“ in Herzogenburg. Parteienvertreter loteten mögliche Ressortverteilung aus. SP hat sich zu Personalwunsch nicht geäußert.

Von Alex Erber. Erstellt am 04. Februar 2020 (04:00)
Christoph Artner (SP) steht den Plänen der VP eher reserviert gegenüber.
NOEN

Wenige Tage nach den Gemeinderatswahlen ist vom politischen Alltag noch keine Spur. Vertreter der beiden Sieger SP und VP haben einander gesterngetroffen, um ein erstes Gespräch über die künftige Ressortverteilung zu führen.

Bürgermeister Christoph Artner und Vizebürgermeister Richard Waringer (SP) sowie Stadtrat Erich Hauptmann und Max Gusel (VP) erörterten dabei auch eine Forderung, die Erich Hauptmann unmittelbar nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses erhoben hatte: Die VP beansprucht die Funktion des Vizebürgermeisters. Stadtparteiobmann Max Gusel präzisiert im NÖN-Gespräch: „Im Sinne der Demokratie, immerhin wählte fast jeder Dritte die VP, und der Tatsache, dass wir mit einem Plus von 200 als einzige Partei im Vergleich zu 2015 deutlich an Stimmen zulegen konnten, werden wir den Anspruch auf einen zweiten Vizebürgermeister stellen. Diese Funktion würde Erich Hauptmann bekleiden.“

„In St. Pölten, wo die SP mit 59 Prozent regiert, wurde der VP ebenfalls ein Vize zugesprochen"

Gusel verweist auf die Landeshauptstadt: „In St. Pölten, wo die SP mit 59 Prozent regiert, wurde der VP ebenfalls ein Vize zugesprochen. Wir hoffen, dass die SP die über 1.000 VP-Wähler nicht ignoriert und auf ein Miteinander setzt.“

Bürgermeister Christoph Artner zeigt sich zu den Plänen der VP eher reserviert, wollte aber dem Treffen nicht vorgreifen.

Erfreut zeigte sich der Stadtchef hingegen über die Vorzugsstimmen, die er erhalten hat, konkret sind es 413. An zweiter Stelle rangiert Mücahit „Enes“ Saygili mit 107, Kulturstadtrat Kurt Schirmer junior folgt mit 45 Stimmen auf Platz drei vor Daniela Trauninger mit 35.

Die VP kandidierte als „Doppel-Spitze“, was auch bei den Vorzugsstimmen erkennbar ist. Erich Hauptmann bekam 120, Max Gusel 117.

Geht es nach der VP, wird Erich Hauptmann neuer Vizebürgermeister.
NOEN

Beide Parteien entsenden fünf neue Gesichter in den Gemeinderat. Die Sozialdemokraten verfügen über ein zusätzliches Mandat. Nicht mehr dabei sind Kerstin Schafranek, Doris Riedler, Gerda Wurst und Brigitte Wild. Neu in den Gemeinderat einziehen werden Daniela Trauninger, Lydia Schneider, Mücahit „Enes“ Saygili, Larissa Wagner und Tontcho Nikov. Die Vorzugsstimmen hatten auf die Reihung der SP keinen Einfluss.

Bei der VP, die sich über einen Zugewinn von drei Mandaten freuen konnte, sind Josef Ziegler und Erich Huber-Günsthofer nicht mehr mit von der Partie.

Eine Frau unter neun Männern

Neu in den Gemeinderat einziehen werden Romana Hiesleitner, Muhammed Ali Ayer, Sebastian Huber, Heinz Holub und Max Gusel. Romana Hiesleitner hält dabei zumindest vorläufig die Fahne der Frauen in der zehnköpfigen Fraktion hoch. Stadtparteiobmann Gusel: „Es kann gut sein, dass unser Team im Laufe der Periode noch jünger wird. Verena Klaus ist etwa gerade dabei, ihr Studium abzuschließen.“