Revolver brachte Mann vor Gericht

Unbescholtener Pensionist musste sich wegen unerlaubten Waffenbesitzes verantworten.

Erstellt am 19. März 2021 | 04:27
Revolver Symbolbild
Symbolbild
Foto: SolidMaks, Shutterstock.com

Der Prozess am Landesgericht St. Pölten, bei dem sich ein Pensionist verantworten musste, war bereits um eine Woche verschoben worden, doch schließlich klopfte es doch noch schüchtern an der großen Eingangstüre: Der 70-Jährige, unterwegs mit Gehhilfe und begleitet von seiner Enkeltochter, hatte es durch die langen Gänge und über viele Stufen doch noch in den Verhandlungssaal geschafft.

Dort fand dann eine Gerichtsverhandlung statt, die aufgrund ihrer zeitlichen Kürze in die Annalen eingehen könnte. Der Grunddorfer saß wegen unerlaubten Waffenbesitzes vor Richter Slawomir Wiaderek, wozu er sich auch ohne Umschweife schuldig bekannte.

Bei dem unbescholtenen Mann handelt es sich jedoch um keinen Waffennarren, der da möglicherweise ein ganzes Arsenal illegal gehortet hat. Bei der Waffe geht es um einen Revolver, dessen Funktionstüchtigkeit zumindest angezweifelt werden darf: „Er stammt aus dem Jahr 1963.“ Die behördlich angeordnete Trennung fiel dem schwer atmenden Angeklagten denkbar schwer. „Der Revolver war ein Geschenk von meinem Vater“, berichtete er.

Die Justiz kennt kein Erbarmen: Bei einem Strafrahmen von bis zu zwei Jahren blieb der Richter am unteren Ende der Skala und verurteilte den bisher völlig Unbescholtenen zu einer bedingten Freiheitsstrafe im Ausmaß von drei Monaten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.