73-Jähriger kaufte 87-Jährigem Faustfeuerwaffe ab. „Ich weiß nicht, was ich mit Waffe wollte“: Faustfeuerwaffe wurde ohne gültiger Besitzkarte verkauft. Der Richter verhängte bedingte Haftstrafe.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 14. Juli 2021 (04:05)
Waffe Pistole Revolver
NOEN, Shutterstock/Vivtsaruk

Wegen unerlaubtem Waffenbesitzes sowie Anstiftung zur falschen Beweisaussage muss sich ein 73-Jähriger jetzt vor dem Richter verantworten. Der Pensionist soll von einem 87-Jährigen, der ebenfalls wegen unerlaubtem Waffenbesitzes angeklagt ist, eine Waffe gekauft haben. Ein entsprechendes waffenrechtliches Dokument hat er zu dem Zeitpunkt aber nicht besessen. Außerdem hat er zur Frau des Verkäufers gesagt, dass sie im Falle einer Kontrolle angeben soll, dass sie die Waffe verlegt und wiedergefunden hätten.

Der Mann zeigt sich vor Richter Slawomir Wiaderek vollgeständig. „Wir haben uns im Krankenhaus kennengelernt. Ich habe gehört, wie er (der Verkäufer, Anm.) gesagt hat, dass er eine Waffe besitze. Ich bin neugierig geworden und er hat mich schließlich gefragt, ob ich sie ihm abkaufen möchte“, erzählt der Angeklagte. Auf die Frage des Richters, was er denn mit der Waffe wollte, antwortete der Mann nur mit „Ich weiß es nicht“. Dass er dafür jedoch eine Waffenbesitzkarte benötigte, ist dem Pensionisten aber bewusst. Lange besaß der Mann die Faustfeuerwaffe aber nicht, denn als er ein Schreiben der Bezirkshauptmannschaft erhielt, brachte er die Waffe dem ursprünglichen Besitzer wieder zurück.

Mit Lüge etwaige Probleme vermeiden

„Warum wollten Sie haben, dass die Frau für sie lügt?“, fragt Richter Wiaderek weiter. „Ich wollte nicht, dass die beiden Probleme bekommen“, zeigt sich der 73-Jährige geständig.

Der Mann wird letztlich zu einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten sowie einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. Die Waffe wird eingezogen.