Attacke mit Fäusten. Ein Tschetschene (18) soll einen Türken (21) zum Kampf aufgefordert und geschlagen haben, beide landeten vor dem Richter.

Von Claudia Stöcklöcker. Erstellt am 07. Juni 2017 (05:11)
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In einem Lokal in Herzogenburg gerieten ein Türke (21) und ein Tschetschene (18) aneinander. Verletzt haben sollen einander die beiden, so die Anklagebehörde, bei einer handfesten Auseinandersetzung dann gegenseitig. Das Duo ist vorbestraft, jetzt sitzt es vor dem Richter.

Im Clinch mit der Familie des Türken liegt der Tschetschene immer wieder. „Weil sie provoziert“, erklärt er im Prozess. Seine Version: „Er hat mich provokant angesehen. Nach fünf Sekunden Raufhandel wurden wir aber gleich wieder getrennt. Davor hat er mich an der Schulter gestoßen, ich bin niedergegangen, wieder aufgestanden. Gesicht zu Gesicht sind wir gestanden. Ich habe mich angegriffen gefühlt und habe zugeschlagen.“ Blaue Flecken habe der Tschetschene erlitten bei dem Disput.

„Ich habe kassiert, auf Kopf und ins Gesicht“

Weniger glimpflich kam der Türke davon. Er erlitt einen mehrfachen Nasenbeinbruch, einen Sprung im Jochbein und eine Rissquetschwunde. Streit provoziert habe er nicht, sagt er.

„Wir haben uns im Lokal ein Fußballspiel angesehen, alles war friedlich. Er hat mich dann herausgefordert, ich habe ihm erklärt, dass ich mit einem Kind Mann gegen Mann nicht mache. Da war er beleidigt. Am Heimweg ist er von hinten auf mich losgegangen“, berichtet der 21-Jährige. Mit Fäusten habe der Kontrahent ihn attackiert. „Ich habe nur mehr kassiert, auf den Kopf in das Gesicht, von oben, von der Seite. Ich selber habe überhaupt nichts gemacht“, sagt er. Und meint: „Herr Richter, es ist extrem unakzeptabel, dass ich geschlagen wurde und jetzt als Angeklagter hier sitze!“

Den Türken spricht der Richter von Körperverletzung frei (nicht rechtskräftig). Der Tschetschene muss noch warten. Bevor der Richter ein Urteil über ihn fällt, möchte er noch Zeugen befragen.