Aufregung um Stallungen: Hühnern geht‘s an den Kragen. Lauter Hahn störte Anrainer. Stadtgemeinde Herzogenburg entdeckte bei Inspektion des Grätzels Ställe, die Grünland-Widmung widersprechen. Sie müssen weg - und damit auch die Hennen.

Von Alex Erber. Erstellt am 25. Februar 2020 (04:33)
Brigitte Skorsch ist traurig: „Wen stören 20 Hühner?“
Hans Kopitz

Vier Jahre lang hat kein Hahn danach gekräht, dass Brigitte Skorsch auf ihrem Grundstück in der Oberndorfer Ortsstraße Hühner hielt. Jetzt ist alles anders. In der Vorwoche flatterte ihr ein eingeschriebener Brief ins Haus, dessen Inhalt einem Hühner-Verbot gleichkommt.

Skorsch hat das Grundstück vor vier Jahren erworben und hält dort rund 20 glückliche Hühner. Zusätzlich hat sie eine kleine Parzelle des Nachbargrundstücks gepachtet. Der Pachtzins ist praktisch geregelt, die Nachbarin bekommt regelmäßig frische Eier.

Und nun herrscht Aufregung, denn es kräht tatsächlich ein Hahn. Brigitte Skorsch ist nicht die einzige Hühnerhalterin, im ganzen Grätzel gibt es etliche Besitzer von Hennen und auch Hähnen, die durch ihr markerschütterndes Krähen andere Anrainer regelrecht plagen.

„Es hat eine Beschwerde wegen massiver Lärmbelästigung gegeben“, berichtet Stadtamtsdirektor-Stellvertreter Dominik Neuhold.

„Mitgehangen heißt hier wohl mitgefangen“

In der Folge haben Vertreter des Bauamtes das gesamte Areal inspiziert und festgestellt, dass die Bebauung im Grünland großzügig ausgelegt worden ist. „Exzessiv“, nennt es Neuhold.

Konsequenz: Fünf Grundeigentümer erhielten ein Schreiben, in dem sie aufgefordert werden, die Stallungen in den kommenden Wochen zu entfernen, da sie der Widmung „Grünland“ in keiner Weise entsprechen.

„Mitgehangen heißt hier wohl mitgefangen“, versteht Brigitte Skorsch die Welt nicht mehr. „Ich habe keine Ahnung, was ich mit meinen Hühnern jetzt machen soll“, seufzt die 56-Jährige traurig.